Für das Verbrechen braucht Arno Strobel die Nacht

Kultur / 05.08.2026 • 14:18 Uhr
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Strobel hat knapp 40 Bücher mit einer Gesamtauflage von rund sechs Millionen Exemplaren veröffentlicht.Fischer Verlag

Am 26. August erscheint der neueste Roman des Bestsellerautors.

Trier Für seine düstersten Szenen braucht Arno Strobel tiefe Dunkelheit. Wenn er Morde oder psychische Extremsituationen beschreibt, schaltet er das Licht aus, lässt die Jalousien herunter und arbeitet nachts. Das Unbehagen, das sich dann einstellt, hilft ihm, sich ganz in seine Figuren hineinzuversetzen. Am 26. August erscheint sein neuer Psychothriller „Happy Weekend“.

Strobel, der mit Büchern wie „Der Trakt“, „Die App“ und „Offline“ regelmäßig die Bestsellerlisten erreicht, bringt seine Figuren bevorzugt aus einem vertrauten Alltag in bedrohliche Grenzsituationen. Die Leser sollen das Gefühl bekommen, dass ihnen Ähnliches selbst widerfahren könnte. In „Happy Weekend“ wollen ein Mann und eine Frau ein schönes Wochenende verbringen. An einer Raststätte wird ihr Koffer gestohlen. Weil sich darin ein GPS-Tracker befindet, verfolgen sie den Wagen der Diebe und geraten in eine Falle.

Für seine Recherchen nutzt Strobel Fachbücher über Todesermittlungen, Forensik und Rechtsmedizin, aber auch Künstliche Intelligenz. Schreiben lässt er seine Romane von ihr jedoch nicht. Er betont, dass ihm das Schreiben Freude bereite und er seine Bücher weiterhin selbst verfassen werde. Zugleich ist er überzeugt, dass KI den Beruf des Autors sehr verändern und bald Stile überzeugend imitieren wird. Deshalb setzt er verstärkt auf persönliche Präsenz, Lesungen und Veranstaltungen.

Der gebürtige Saarländer begann erst mit 40 Jahren zu schreiben. Zuvor arbeitete er als IT-Experte bei einer Bank in Luxemburg, nachdem er ursprünglich Kfz-Mechaniker gelernt hatte. 2014 kündigte er, um sich ganz der Literatur zu widmen. Für einen Roman benötigt er meist zwei bis drei Monate. Ausgangspunkt sind eine Grundidee und ein geplanter Schluss, der Weg dorthin entsteht während des Schreibens. Dabei erlebt er selbst Spannung, weil auch er nicht immer weiß, wie sich die Handlung weiterentwickelt.

Heute hat der 63-Jährige knapp 40 Bücher mit einer Gesamtauflage von rund sechs Millionen Exemplaren veröffentlicht. Seine Psychothriller wurden in 16 Sprachen übersetzt. Trotz des internationalen Erfolgs freut er sich noch immer über jeden ersten Platz auf der Bestsellerliste. Gerade hat er bereits den Thriller für den Herbst 2027 abgeschlossen und blickt mit Dankbarkeit auf seine ungewöhnliche Karriere zurück.