Ein Leben ganz im Zeichen der Kunst

Der Bregenzer Maler, Grafiker und Bildhauer Erich Smodics ist im Alter von 85 Jahren verstorben.
Bregenz Mit Erich Smodics verliert Vorarlberg einen Künstler, für den Kunst niemals bloß Beruf, vielmehr die Mitte seines Lebens war. Der Bregenzer Maler, Grafiker und Bildhauer ist am 8. August gestorben. Über Jahrzehnte prägte er die Vorarlberger Kunstszene mit seinem Werk und seiner Präsenz im Kulturleben der Stadt.

1960 absolvierte Smodics eine Ausbildung zum Formstecher und Designer für Druckmodelle und arbeitete zunächst als Textilzeichner. 1964 schloss er sich mit Helmut Fetz, Rudolf Zündel und Siegfried Kresser zum „Bregenzer Kreis“ zusammen, der sich an der Wiener Schule des Phantastischen Realismus orientierte. 1966 stellte er erstmals in Bregenz und Wien aus, ab 1970 arbeitete er freischaffend.

Im Mittelpunkt seines Schaffens stand der Mensch, vor allem der Körper als verletzliche, widersprüchliche und formbare Erscheinung. Smodics näherte sich ihm wie ein „Körperingenieur“, der Proportionen prüfte, Bewegungen zerlegte und vertraute Formen verfremdete, um sichtbar zu machen, was sich hinter der äußeren Gestalt verbarg. In seinen Zeichnungen, Gemälden und Skulpturen finden sich Anklänge an Max Beckmann und Otto Dix, doch entwickelte er früh eine eigene Handschrift. Charakteristisch sind seine Körperstudien in Brauntönen, ausgeführt mit schwerem Grafit, Rötelkreide oder als Radierung.

Smodics war auf der Art Basel, der Art Cologne, der Art Frankfurt, der Messe Düsseldorf und der Kunst Wien vertreten. 1981 wurde sein Werk auf der Art Expo in New York gezeigt. Seine Arbeiten befinden sich unter anderem in der Albertina, im Lentos Kunstmuseum, im vorarlberg museum, in der Frankfurter Börse und in der Artothek des Bundes. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Vorarlberger Kunstförderpreis 1978, ein Gaststipendium der Villa Romana in Florenz 1982 und der erste Preis der Zeichenbiennale Kosova in Pristina 2008. Die Sommerausstellung 2017 im Palais Thurn & Taxis würdigte sein Lebenswerk.

Wichtige Weggefährtinnen und Weggefährten begleiteten sein künstlerisches Leben. Mit dem Bildhauer Herbert Albrecht verband ihn eine enge Beziehung. Auch die Bregenzer Galeristin Lisi Hämmerle und der Frankfurter Galerist Timm Gierig waren ihm und seinem Werk eng verbunden. Für Smodics bedeutete Kunst immer auch Austausch, Widerspruch und Gespräch. „Man übt die Denkweise, nicht nur die Hand“, sagte er über das Zeichnen und bestand darauf, ausschließlich nach dem Modell zu arbeiten. Himi Burmeister beschrieb ihn als „tänzerischen Herumfuchtler mit launischer Geometrie“, der sich mit Sekanten, Tangenten und Winkelmessern seinen Modellen nähere.

Auch jenseits von Atelier und Ausstellung blieb Smodics in Bregenz sichtbar. Er suchte den Dialog mit jungen Künstlerinnen und Künstlern, diskutierte in den Cafés der Stadt, beobachtete, fragte, widersprach und erzählte. Er gehörte zum Bregenzer Alltag, als vertraute Erscheinung und als Mensch, bei dem sich nahezu jedes Gespräch früher oder später um Kunst drehte. Sie stand im Zentrum seines Lebens, und dieses Künstlerdasein lebte er in allen Zügen, mit Beharrlichkeit, Neugier und jener unbedingten Hingabe, die in seinem Werk fortleben wird.
