Zwei Lustenauer, ein Dialog

Ina Fasching und Udo Rabensteiner stellen Bild und Skulptur in einen Dialog.
Innsbruck Es gibt Ausstellungen, die aus einer kuratorischen Idee entstehen, und solche, die aus einer Biografie kommen. Was seit Samstag in der Innsbrucker Galerie Maier im Palais Trapp zu sehen ist, gehört zur zweiten Sorte. Unter dem Titel „Bild und Skulptur im Dialog” zeigen Ina Fasching und Udo Rabensteiner gemeinsam ihre Arbeiten. Zwei Positionen aus Lustenau, zwischen denen einunddreißig Jahre liegen und die sich kennen, seit die Jüngere auf der Welt ist.
Neu ist die Verbindung nicht. 2024 kuratierte Rabensteiner Faschings Schau „Über den Fluss und in die Wälder” im QuadraART in Dornbirn, vertreten werden beide von derselben Galerie. Der Wunsch, einmal miteinander statt nacheinander auszustellen, lag also nahe.

Udo Rabensteiner, Jahrgang 1958, hat das Handwerk von der Pike auf gelernt. Sein Vater, der Südtiroler Anton Rabensteiner, war Steinbildhauer; der Sohn absolvierte eine Holz- und Steinbildhauerlehre, besuchte die Meisterklasse für plastische Formgebung an der Kunstgewerbeschule Graz und studierte anschließend bei Professor Ladner an der Akademie der Bildenden Künste in München. Von 2011 bis 2015 unterrichtete er an der Universität Liechtenstein Architekten in bildnerischer Gestaltung, eine Fußnote, die mehr erklärt, als sie zunächst verspricht.

Denn Rabensteiner, ursprünglich von der menschlichen Figur kommend, hat sich immer wieder architektonischen Formen zugewandt. Seit 1990 arbeitet er freischaffend, er lebt und arbeitet in Lustenau und im Bregenzerwald. Seine jüngsten Skulpturen in weißer Terrakotta treiben das weiter: Sie sind so vielschichtig, wie sie Ebenen haben, und geben je nach Standpunkt des Betrachters andere Einblicke frei. In Innsbruck ist unter anderem ein Unikat von 2025 zu sehen, 34,5 mal 17 mal 11 Zentimeter, ohne Titel.

Ina Fasching, 1989 geboren, hat den Umweg genommen. Nach dem Kolleg für Kunst und Design in Wien studierte sie Textildesign an der University of Derby in England, ehe sie sich 2013 mit einem Pizzakarton voller Zeichnungen an der Akademie der bildenden Künste in Wien bewarb und in die Klasse von Gunter Damisch aufgenommen wurde. Nach dessen Tod 2016 schloss sie 2019 bei Daniel Richter mit ausgezeichnetem Erfolg ab.

Fasching arbeitet ausschließlich auf Papier, bevorzugt handgeschöpft und großformatig. Die Farbe ist bei ihr Trägerin der Emotion, die Natur die Quelle, und ob die Palette nun drängt oder sich zurücknimmt: Den Blättern bleibt eine Leichtigkeit, die nicht mit Beiläufigkeit zu verwechseln ist. Sie lebt heute in Wien und im südlichen Burgenland; der Blick auf die Natur ist geblieben. 2024 erhielt sie den Anerkennungspreis zum Kulturpreis des Landes Vorarlberg in der Kategorie Zeichnung. In Innsbruck hängt unter anderem „Mothertongues”, eine Mischtechnik auf Papier von 2025 im Format 101 mal 95 Zentimeter.

Ein Kontrastprogramm ist dieses Zusammentreffen nicht. Papier und Terrakotta sehen beide leichter aus, als sie sind, und beide Künstler arbeiten an der Grenze zwischen Form und Auflösung – sie in der Fläche, er im Raum. Wer die Arbeiten nebeneinander sieht, wird die Verwandtschaft vermutlich eher spüren als benennen können. Dass gleich zwei Vorarlberger Positionen dieses Zuschnitts an der Maria-Theresien-Straße zu sehen sind, ist das Ergebnis einer über Jahre gewachsenen Zusammenarbeit.

Die Ausstellung ist bis 10. Oktober zu sehen. Galerie Maier im Palais Trapp, Maria-Theresien-Straße 38, Innsbruck, Montag bis Freitag 10 bis 13 und 14 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr