Kammerchor Feldkirch verabschiedet sich nach 25 Jahren

Kultur / 14.10.2026 • 12:04 Uhr
Kammerchor Feldkirch verabschiedet sich nach 25 Jahren
Nach 25 Jahren geht im November die gemeinsame Reise des Kammerchors Feldkirch zu Ende. Victor Marin

Zwei Konzerte bei den Montforter Zwischentönen und ein Dankgottesdienst setzen den Schlusspunkt.

Feldkirch Nach einem Vierteljahrhundert ist Schluss: Der Kammerchor Feldkirch beendet im November 2026 sein gemeinsames Singen unter diesem Namen, der Verein hat seine Auflösung beschlossen. Die letzten Konzerte gibt das Ensemble am 13. und 14. November im Rahmen der Montforter Zwischentöne. Das Ende fällt damit mit dem 25-Jahr-Jubiläum zusammen, gegründet wurde der Chor im Herbst 2001. Als Grund nennt der Verein die erfolglose Suche nach einer künstlerischen Leitung sowie nach jungen Sängerinnen und Sängern, die sich dauerhaft einbinden lassen. Die vielfältigen Bemühungen der vergangenen Jahre seien letztlich ohne Erfolg geblieben. Zuletzt war der Chor ohne vorübergehende Verstärkung durch Gastsängerinnen und -sänger nicht mehr einsatzfähig.

Kammerchor Feldkirch verabschiedet sich nach 25 Jahren
Ein Teil der Sängerinnen und Sänger unterstützt Jakob Peböck bei der Gründung eines neuen Chors.victor marin

Die Wurzeln des Kammerchors reichen weiter zurück als seine Gründung. Mit der Pensionierung von Gerhard Dallinger war damals auf dessen Wunsch der Hortus Musicus aufgelöst worden. 24 Sängerinnen und Sänger dieses Ensembles fanden sich daraufhin unter der musikalischen Leitung von Martin Lindenthal zu einer Neugründung zusammen. Lindenthal formte aus diesem Erbe bis 2009 einen klangschönen, intonationssicheren Konzertchor, der sich vor allem dem A-cappella-Gesang widmete. In diesen Jahren gab der Chor rund 50 Konzerte im In- und Ausland und erhielt zunehmend positive Kritiken. Hinzu kamen zahlreiche Mitwirkungen bei Chor-Orchester-Werken, Opern und anderen Musikveranstaltungen, das Repertoire reichte von der Alten Musik bis zur Moderne.

Benjamin Lack

Ab 2010 verschob sich der Schwerpunkt: Unter der Leitung von Benjamin Lack wandte sich der Chor zunehmend großen Werken zu. Bei den Montforter Zwischentönen wurde er zu einem regelmäßig und gern gebuchten Ensemble, unter anderem mit Händels „Messias“, Bachs Matthäuspassion und dessen h-Moll-Messe. Zweimal war der Chor zudem bei der Schubertiade zu Gast. Daneben blieb der A-cappella-Gesang, mit dem alles begonnen hatte, ein fester Bestandteil der Arbeit. Regelmäßig trat das Ensemble in den Konzertreihen der Basilika Rankweil und der Propstei St. Gerold auf, bei den Hohenemser Chor- und Orgeltagen sowie bei der Rheinberger-Gesellschaft. Als Höhepunkt gilt die kontinuierliche Mitwirkung am Mahler-Symphonien-Zyklus unter der Leitung von Kirill Petrenko. Über all die Jahre unterstützte der Kammerchor außerdem Studierende der Stella, des früheren Landeskonservatoriums, mit gemeinsamen Konzerten im In- und Ausland.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

2024 endete die Zusammenarbeit mit Lack, der an die Kunstuniversität Graz berufen wurde. Seither begleiteten zwei interimistische künstlerische Leiter den Chor: Ulrich Mayr in der Saison 2024/25 und Jakob Peböck in der Saison 2025/26. Zu neuer Stabilität fand das Ensemble jedoch nicht mehr. Nach vielen Versuchen habe man erkennen müssen, dass sich im Rahmen der bestehenden Organisation und unter dem Namen Kammerchor Feldkirch keine jungen Stimmen mehr dauerhaft integrieren ließen. Den öffentlichen Abschied will der Chor gemeinsam mit seinem Publikum begehen: am Sonntag, 15. November, um 10.30 Uhr mit einem Dankgottesdienst im Feldkircher Dom. Der Chor singt dabei in ergänzter Besetzung und noch einmal unter der Leitung von Benjamin Lack. Auf dem Programm steht unter anderem die Messe brève Nr. 7 „Aux chapelles“ von Charles Gounod. Im Anschluss lädt der Verein zur Agape.

Enchore

Ganz endet die Geschichte damit allerdings nicht. Ein Teil der Sängerinnen und Sänger unterstützt Jakob Peböck bei der Gründung eines neuen A-cappella-Ensembles. Der Chor mit dem Namen „Enchore“ setzt auf einen hohen Anteil junger Stimmen und hatte sein Debüt bereits am 9. Oktober.