Friedhöfe

Leserbriefe / 03.11.2019 • 17:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

. . . werden von Gemeinden aller Größenordnungen errichtet, instandgehalten, erweitert und erneuert; sie sind mit Mauern abgegrenzt. Wir besuchen sie, wenn wir das Grab unsrer verstorbenen Angehörigen besuchen oder wenn wir an einem Begräbnis teilnehmen. Es sind auch Orte, an denen sich die Familien darstellen können. „Erde zu Erde, Staub zu Staub“, heißt es und dann spricht der Priester und die Gemeinde: „Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches“. Hier wird die Schizophrenie unserer Gesellschaft offenbar. Nach Erhebungen glauben nur 18 Prozent deutscher Christen an die „Auferstehung des Fleisches“, aber 60 Prozent zahlen Kirchensteuer. Sie ahnen vielleicht die Widersprüche, aber das Faktum der Mehrheit bestimmt sie in der Kirche zu bleiben. Die Widersprüche werden von den öffentlichen Medien unterschlagen, sie würden die geistige Basis dieser Gesellschaft in der Wirtschaft und in der Kultur auflösen, als lügenhaft und betrügerisch aufweisen. Im wahren urchristlichen Christentum wäre eine wirkliche soziale Wirtschaft die Basis eines wirklich demokratischen Staates. Die Freiheit der Weltanschauung würde keine rechthaberischen Religionen aufkommen lassen. Die „Großen“ wären die Diener der Gemeinschaften, es würde, nein, es wird diese „Welt der Kriege gegen Mensch und Natur“ in einem Friedhof der Vergangenheit versinken. Ein wirklicher Christ glaubt an das Wort „Ich mache alles neu!“

Josef. A. Schmidt, Nenzing