Keine Lösung der
Kirchenkrise

Leserbriefe / 06.11.2019 • 17:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Interview mit Bischof Kräutler , VN vom 2. 11. 2019:

Von Papst Franziskus persönlich ausgezeichnete Theologen forderten am 28. Oktober die Beibehaltung des verpflichtenden Zölibats. Frau Prof. Schlosser zitierte Ratzinger: „Wenn der Zölibat der Weltpriester nicht eine gemeinschaftliche kirchliche Form ist, sondern eine private Entscheidung, dann verliert er seinen wesentlichen theologischen Gehalt und seine entscheidende persönliche Fundierung, denn dann hört er auf, ein von der Kirche getragenes Zeichen zu sein und wird zur privaten Absonderlichkeit. Dann ist er nicht mehr zeichenhafter Verzicht um des im Glauben übernommenen Dienstes willen, sondern Eigenbrötelei, die deshalb mit gutem Grund verschwindet.“ Ein großer evangelischer Mitchrist und Ordensgründer unserer Tage sagte: „Der Zölibat der Priester, Torheit des Evangeliums, hat in der Kirche eine verborgene Wirklichkeit bewahrt. Mit der Priesterehe würde die Kirche stärker funktionsbezogen und zweckorientiert werden. Die Heirat der Priester wird zur Lösung der derzeitigen Krise nichts beitragen. Der zahlenmäßige Rückgang der Berufungen hat andere Gründe und erfordert andere, wesentlichere Maßnahmen.“ Bestätigung: Gemeinschaften, in denen die bekannten Forderungen realisiert sind, sind nicht aufgeblüht, im Gegenteil. Von 1975 bis 2017 ist in der evangelischen Kirche Deutschlands der Gottesdienstbesuch von 1,5 Millionen auf 0,73 Millionen zurückgegangen. Im selben Zeitraum in der katholischen Kirche ein Zahlenrückgang von 8,8 Millionen Gottesdienstbesuchern auf 2,29 Millionen. Was verspricht man sich?

MMag. Sylvia Albrecht, Rankweil