E-Mobility – Lösung für Klimanotstand?

Leserbriefe / 28.11.2019 • 18:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ein Bericht vom ORF-Tirol hat mich in Erstaunen versetzt: Anfang Oktober prallte ein Tesla-Fahrer in der Nähe vom Walchsee/Tirol gegen einen Baum, und in Sekundenschnelle stand das Fahrzeug in Flammen. Über Wochen erfolgte eine Odyssee sondergleichen, um a) das Fahrzeug zu löschen und b) die 600 kg schwere Lithium-Batterie zu entsorgen. Die Feuerwehr hat das Wrack in einem Spezialcontainer unter Wasser gesetzt und drei Tage lang gekühlt, um zu verhindern, dass die Batterie wieder Feuer fängt. Die Entsorgung fällt in die Produzentenverantwortung. Wie sich herausstellte, hat der Produzent etwas hergestellt, ohne darüber nachzudenken, wie diese Dinge entsorgt werden sollen. Tesla gibt auf seiner Webseite die ÖCAR Autoverwertungs GmbH als Entsorgungspartner an. Offenbar hat aber die ÖCAR gar keine Genehmigung, Tesla-Modelle zu übernehmen. Nun stelle ich mir als mitdenkender Bürger folgende Fragen: Wie kann es sein, dass E-Mobilität im Fahrzeugverkehr die Zukunft sein soll und dabei grundlegende Dinge wie die Entsorgung nicht gewährleistet sind? Wie kann es außerdem sein, dass die Energiewende und damit der wachsende Bedarf nach Lithium keine Rücksicht darauf nehmen, dass mit dem Abbau von Lithium die Lebensgrundlagen der indigenen Völker in Bolivien, Chile und Argentinien zerstört werden? Und dabei soll E-Mobilität die Lösung unsere Klimanotstands sein.

Gertraud Walch, Rankweil