Bildungspolitik in Vorarlberg

Leserbriefe / 03.12.2019 • 17:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Unser Schulsystem in Vorarlberg wird durch bezahlte Nachhilfe und auch Ehrenamtliche aufrechterhalten, durch Lerncafés der Caritas! Wir Ehrenamtlichen sollen die Mängel des herrschenden Systems ausbessern, das System aber wird nicht geändert? Kann sich jemand vorstellen, dass es „Straßenerhaltungs-Cafés“ gibt, in denen sich Freiwillige treffen, um dann durch ihren Einsatz die Straßen benützbar zu halten? Seit vielen Jahren ist die ÖVP für die Schulen in Vorarlberg zuständig.

Seit vielen Jahren verlassen Kinder die Pflichtschulen, ohne sinnerfassend lesen zu können. Seit vielen Jahren gebe ich Lernhilfe und seit vielen Jahren schreibe ich an die zuständige Landesrätin – aber alles bleibt, wie es ist. Ich mache den Lehrer(inne)n keinen Vorwurf, denn es liegt an den fehlenden Ressourcen. Wir haben eines der teuersten Schulsysteme in Europa und schaffen nicht die Mindeststandards? Liebe Landesregierung, wie viele Volksschulkinder werden jedes Jahr ohne ausreichende Lesefähigkeit in die Neue Mittelschule geschickt? Wie viele Kinder in Vorarlberg verlassen die Schule nach acht oder neuen Jahren, ohne die Grundkenntnisse in Deutsch und Mathematik? Wieso sagen Lehrer(innen) und Direktoren nicht klar und deutlich, was es für das Ziel, dass kein Kind die Schule verlässt, ohne sinnerfassend lesen zu können, braucht? „Kinder in die Mitte“, „Wir lassen kein Kind zurück“, „Chancenreichstes Land für Kinder“ – ein Hohn!

Herta Holzer, Nenzing