Unmündige
Vorarlberger Eltern!?

Leserbriefe / 03.12.2019 • 17:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Was für ein Trauerspiel nimmt hier seinen Anfang. Es existiert eine wirksame Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs, Peniskarzinom, Analkrebs usw., aber die Impfrate liegt unter 40 Prozent. Wie desinteressiert/egoistisch sind eigentlich Vorarlbergs Eltern, dass sie ihren Kindern diesen Schutz vorenthalten? Vor elf Jahren las ich in der Zeitung über die seinerzeit recht neue Impfmöglichkeit. Als ich damals mit meiner jungen Nichte in Norddeutschland telefonierte, war die Impfung ein Thema. „Jürgen“, sagte sie mir, „ich habe schon die erste von den drei Impfungen hinter mir. In meiner Klasse wollen sich alle impfen lassen. Wir haben auch schon im Unterricht darüber gesprochen.“ Vor elf Jahren! In Vorarlberg braucht man noch heute eine Info-Kampagne der Krebshilfe – unglaublich! Die Impfung ist im amtlichen Impfplan für Schulkinder enthalten. Die 1. und 2. HPV-Impfung ist zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr empfohlen. Warum findet sie so selten statt? Weil die Behörden unkoordiniert agieren? Warum ist die Impfung kein Tagesordnungspunkt des ersten Klassenelternabends des Schuljahres oder die Schüler erhalten ein Infoblatt für die Eltern? Wir können allerdings nicht alles auf andere abschieben. Gefragt ist auch die Familie – Eltern und Großeltern –, sowie die Schüler selbst. Miteinander reden, Informationen austauschen, Initiative entwickeln und dann impfen lassen!

Jürgen Gerdes, Mellau und Hannover