Reaktionäre Beharrlichkeit

Leserbriefe / 18.03.2021 • 18:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Martin Netzer, Generalsekretär im Bildungsministerium, behauptet im Gespräch mit VN-Chefredakteur Gerold Riedmann doch tatsächlich, dass die Vorarlberger Modellregion zur gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen ausgedient habe. Das sei vergeudete Energie. Dazu gibt es überhaupt keinen politischen Beschluss! Offensichtlich reicht sein Föderalismusverständnis gerade einmal für die Gemäuer des Ministeriums. Denn in diesen werkt er seit 2001 und ist mitverantwortlich, dass in unserem verkrusteten Schulsystem nichts weitergeht. In seiner bundesministeriellen Präpotenz ignoriert er den Beschluss des Vorarlberger Landtags im Jahr 2015, wonach die Weiterentwicklung der Schulen der Zehn- bis 14-Jährigen in Vorarlberg und zur Schaffung der Voraussetzungen für die landesweite Einrichtung einer gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen in Vorarlberg gefasst wurde. Als evidenzbasierte Grundlage galten die Empfehlungen des Forschungsprojekts „Schule der Zehn- bis 14-Jährigen in Vorarlberg“. Außer ein paar kosmetischen Veränderungen und Beschwichtigungen ist seither weder im Land noch im Bund etwas passiert. Empörend ist für mich, wie mit Beschlüssen umgegangen wird, wenn sie nicht in die Segregationsideologie der ÖVP passen. Diese reaktionäre Beharrlichkeit ist nicht nur dumm und wirtschaftsschädlich, sondern auch hinderlich für die Entwicklung einer sozial gerechten und offenen Gesellschaft!

Prof. Mag. Peter Fischer, Sprecher

der ARGE Gemeinsame Schule, Rankweil