Impfung und Toleranz

Leserbriefe / 05.05.2021 • 16:58 Uhr

In meinem Umfeld gibt es Personen, die noch nicht geimpft sind, obwohl sie eine Priorisierung hätten bekommen können. Deren Gründe sind für mich teilweise gut nachvollziehbar. Es sind Personen mit einer gewissen Skepsis gegenüber den Impfstoffen, Personen, die noch warten und beobachten wollen, Personen, die Impfungen gegenüber kritisch eingestellt sind und es sind auch Impfgegner darunter.

Ich komme damit gut klar, man kann diskutieren, sich austauschen, im Gespräch bleiben. Nun beobachte ich aber mit Sorge, dass Personen, die sich bisher nicht impfen ließen, von Freunden und Kollegen nicht nur kritisiert, sondern richtiggehend angefeindet werden. Aber es ist immer noch jedem Menschen freigestellt, sich impfen zu lassen und wir sollten das respektieren. Wenn ich durch meine Impfung geschützt bin und das Virus im Falle einer Ansteckung vielleicht weniger stark verbreite, was stören mich dann die Menschen, die nicht geimpft sind? Für mich stellen sie keine Gefahr dar. Ich bitte dringend darum, diese freie Entscheidung zu respektieren. Ich befürchte nämlich, dass sich hier ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung durch die Anfeindungen im Zweifel eher gegen als für eine Impfung entscheidet. Suchen wir doch bitte das Gespräch und zeigen Verständnis und Toleranz. Sonst sind mit dem Ende der Pandemie dann irgendwann auch viele Freundschaften am Ende.

Stefan Schlenker, Dornbirn