Teilhabe aller
Der Papst plant eine 3 Jahre dauernde Versammlung mit dem Thema Synodaliät. Der deutsche Theologe Thomas Söding meint dazu: „Ein Schlüssel für die Zukunft der Kirche ist es, dieses Prinzip Synodalität auf Dauer zu stellen.“ Das Prinzip Synodalität bedeutet die Teilhabe aller, nicht nur der Bischöfe, an den Beratungen und Entscheidungen. Das, meint Söding, sollte immer wieder von neuem in Erinnerung gerufen werden. Dies werde schon in der Bibel beschrieben: „Immer braucht es die versammelten Gläubigen, die … den Mund auftun und die Ärmel hochkrempeln. Immer wird gemeinsam beraten und auch gemeinsam entschieden.“ Die Synode, wie sie das heutige Kirchenrecht definiert, als Versammlung nur von Bischöfen ist auch in der langen Kirchengeschichte eine relativ junge Erscheinung. Mit anderen Worten: Wer eine synodale Kirche möchte, in der die Entscheidung aller Fragen von „Klerikern“ und „Laien“ gefällt werden, strebt nicht „eine neue Kirche“ an, sondern will etwas zurückgewinnen, was lange in der Kirche da war, dann aber durch die usurpierte Macht des Papstes und der Bischöfe aus der Kirche ausgetrieben wurde. Nach Söding sollten die Bischöfe in ihren Diözesen die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen. Und zur Synode nach Rom sollten sie mitnehmen, „was der Geist den Gemeinden sagt“.
Pfr. Helmut Rohner, Dornbirn