Inflation – Schuld der Notenbanken

Leserbriefe / 06.06.2022 • 17:45 Uhr
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Laut EU-Vertrag ist die Preisstabilität die oberste Priorität der Europäischen Zentralbank. Aber die EZB verletzt ihr Mandat in grober Weise.

Noch im Oktober 2021 machte uns die EZB weis, dass die Inflation vorübergehend sei und dehnte die Geldmenge durch Staatsanleihekäufe weiter aus. Präsidentin Lagarde schaut mütterlich auf die Interessen der überschuldeten Euro-Staaten. Die sind aber genau deshalb so verschuldet, weil die Geldpolitik sie süchtig nach billigem Geld gemacht hat. Uns Bürgern wird gesagt, dass Ukraine, Öl, Corona an der Inflation schuld sind. Ich finde die Geldpolitik der Notenbanken ist nicht weniger schuld. Man weiß seit mehr als einem Jahr, dass die Preise unverhältnismäßig steigen, aber die Währungshüter unternahmen nichts. Was der Sparer verliert, gewinnt der Staat. Ich nenne das eine „Enteignung durch Inflationssteuer“. Wenn die EZB weiterhin die Zinsen niedrig lässt, um verschuldeten Staaten zu helfen, wird sie den Euro gefährden und damit die EU. Wir haben in der Eurozone eine Verschuldung von 11.030.000.000.000 Euro. Es gibt nur eine Möglichkeit, auch wenn sie der Wirtschaft schadet: Anhebung der Zinsen, die Geldmenge verknappen und endgültig mit der Schuldenpolitik aufhören. Und in weiterer Folge muss es einen freien Markt für Geld geben, das staatliche Geldangebotsmonopol muss beendet werden.

 

Roland Geiger,

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