Wir leben auf Pump
Der österreichische Staat hat 369 Milliarden Euro Schulden, das ergibt eine Pro-Kopf-Verschuldung von 49.857 Euro. Dazu kommen in Vorarlberg 450,9 Millionen Euro Schulden, mit einer geplanten Neuverschuldung von 75 Millionen auf 525 Millionen. Vorarlbergs Liquiditätsreserven sind Ende 2024 aufgebraucht. Schon jetzt muss der Staat dem Pensionssystem jährlich 14 Milliarden zuschießen, mit einem Zuwachs bis 2070 auf 40 Milliarden. Sparen? Fehlanzeige! Trotz Klimanotstand gibt Vorarlberg Milliarden für fossile Straßenprojekte aus.
Trotz Krieg kaufen wir weiterhin Gas von Putin und machen Vorarlberger Firmen Geschäfte mit Russland und anderen Staaten, in denen Menschenrechtsverletzungen auf der Tagesordnung sind. Wir sind nur oberflächlich gerecht und sozial und betreiben Scheinklimaschutz. Es ist verständlich, dass sich junge Menschen für ihre Zukunft auf die Straßen kleben, nur noch wenige bis gar keine Kinder in diese Welt setzten wollen und sich fragen, warum sie sozial sein sollten. Wir hinterlassen ihnen einen Berg Schulden, Klimaflüchtlinge und einen zerstörten Planeten.
Ich möchte mich bei allen Kindern und Jugendlichen entschuldigen, nicht weil wir Erwachsenen es nicht besser gewusst oder gekonnt hätten, nein, sondern weil wir nicht bereit sind, unseren Wohlstand euch zuliebe aufzugeben. Die sozial-ökologische, globale und generationsübergreifende Gerechtigkeit scheint uns egal zu sein.
Jürgen Mathis, Hohenems