Leserbrief: Setzen – Fünf

Bund, Länder, Gemeinden und Wirtschaft jammern ob der schlechten wirtschaftlichen Situation. Dass die derzeitige Misere großteils selbstverschuldet ist, wollen sich die selbstverliebten, machthungrigen Regierungsverantwortlichen (auch in den Ländern) nicht eingestehen. Deshalb werden auch zwingend notwendige Reformen nicht angegangen (Erhöhung des Pensionsantrittsalters, Erhöhung der jährlichen effektiven Arbeitszeit durch das Verschieben von teilweise überholten Feiertagen auf das Wochenende, Bildungs- und Sozialsystem, Energie- und Förderwesen etc.). Man fürchtet um Wählerstimmen. Wenn man bedenkt, dass ein Feiertag der Wirtschaft inklusive der Mitarbeiter der öffentlichen Hand bei einer täglichen Arbeitszeit von 8 Stunden (36 Mio. Arbeitsstunden) inklusive je nach Berechnung zwischen 800 Mio. EUR und 1,5 Mrd. EUR kostet, so frage ich mich schon, warum die Wirtschaft, die Kammern, die Sozialpartner und schlussendlich die Regierung hier nicht den Hebel ansetzt. Für die öffentliche Hand (ca. 750.000 Mitarbeiter) würde das ca. 6 Mio. Arbeitsstunden je Feiertag bedeuten (ca. 3500 Vollarbeitskräfte je Feiertag). Die Regierung kündigt stattdessen nur Reförmchen an. Klar ist auch, dass der Wohlstand nur durch Arbeit auch für die nachfolgenden Generationen erhalten werden kann und nicht durch das Fördern der Work-Life-Balance. Mein ehemaliger Professor würde sagen: Regierung: Setzen – fünf.
Oskar Linder, Schlins