Windkraft in ­Vorarlberg

Leserbriefe / 20.03.2026 • 21:58 Uhr

Als ein Landesrat im Landtag Windkraft in Vorarlberg forderte, war ich nicht überrascht. Fakten, Wirtschaftlichkeit, Machbarkeit, Kosten sind bei Forderungen von Politikern nicht so wichtig wie die Wünsche von Lobbyisten. Dass ein Landesrat scheinbar nicht weiß, dass Vorarlberg Windkraft aus eigenen Windparks produziert, erstaunt. Die Windparks: Völkersen, Rapshagen, Schneeberg und Wintersteinchen, die schon seit 2023 im Besitz des Landes Vorarlberg sind. Das Ziel der illwerke vkw ist, Strom aus Windkraft für 250.000 bis 370.000 Haushalte zu erzeugen. Windräder sind 170 Meter hoch, der Durchmesser der Rotorblätter beträgt über 130 Meter. Lebensdauer einer Anlage: ca. 20 Jahre. Vielleicht könnte die Verantwortliche der vkw für Windkraft im Landtag die Wissenslücken füllen. Dabei haben wir gerade im Sommer Überkapazitäten auf der Erzeugungsseite. Wenn es windig und sonnig ist und es keine Verbrauchsspitzen gibt, dann bekommt man den Strom nicht mehr weg. Dann ergeben sich negative Strompreise – negativ, weil niemand den Strom braucht, also nachfragt. Öffentliche Förderungen fließen dennoch. Dass die bestehenden Stromnetze die großen Lasten nicht transportieren können, dass der Netzausbau den Steuerzahler viel Geld kosten wird, wurde im Landtag nicht erwähnt. Bilanzieller Überschuss: Historisch lag die Stromproduktion in Vorarlberg durchschnittlich 44 % über dem inländischen Gesamtverbrauch. Rechnerisch könnten damit alle Haushalte Vorarlbergs versorgt werden.

Peter Wagner, Dornbirn