Leserbrief: Deindustrialisierung vs. Wohlstandsverlust

Seit Jahren spukt dieser Begriff durch die Medien. Deindustrialisierung. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass (noch) gesunde private Unternehmen und Betriebe, die seit Generationen im Land Arbeitsplätze schufen, jetzt woanders, im Ausland (meist Drittland), produzieren. Grund: Die Lohnkosten und Stückkosten sind schlichtweg zu hoch in Österreich. Nicht mehr konkurrenzfähig im globalen Wettbewerb. Bedeutet für die Zukunft des Landes: weniger Arbeitsplätze, weniger Steuern, weniger Einnahmen, weniger Sozialstaat, weniger Leistungen aus Umverteilung. Was macht die Regierung: Fast nichts bis kaum was! Zaghafte kleine Ansätze. Obwohl, jeder weiß: Das Wasser steht uns bis zum Hals. Der Politik ist die Lage so nicht bewusst. Große Reformen: Fehlanzeige! Weniger Staat: Fehlanzeige! Je länger, je mehr mein Eindruck: Die da “oben” sind von der Realität völlig abgenabelt. Deswegen will man DIE auch nicht mehr wählen. Genauso ist es auch. Wer dann zur FPÖ rennt, wird ebenso enttäuscht werden. Ein Rezept dagegen: Schwierig! Wie schafft man es, wieder Berufspolitiker mit Haltung, Anstand und Verantwortung (über die Legislaturperiode hinaus) zu akquirieren? Am Salär kann es nicht liegen. Was wir jetzt brauchen: Politiker mit echtem Interesse an Österreich, mit Mut zu echten Reformen und dem Willen, es jetzt anzupacken, für künftige Generationen, auch wenn man (vorübergehend) abgewählt wird, na und?
Christian Salzmann, Dornbirn