Leserbrief: Transparenz bei Leserbriefen?

Leserbriefe / 04.09.2026 • 12:30 Uhr
Leserbrief: Transparenz bei Leserbriefen?

Mit dem (noch jungen) Informationsfreiheitsgesetz und seinen Offenlegungspflichten für Transparenz in der Politik soll Geheimhaltung die Ausnahme und Information die Regel sein. Wenn Österreichs und Vorarlbergs Medien über ein bestimmtes Thema berichten und dabei eine politisch tätige Person zitieren, wird fast immer angeführt, welche politische Funktion oder zumindest welche Parteizugehörigkeit sie bzw. er hat. Das macht Sinn, damit können Leser, Zuseher, Hörer diese Aussagen auch entsprechend einordnen. Na ja, und wie ist das eigentlich bei Leserbriefen, namentlichen Online-Kommentaren und Postings? OK, nicht jede bzw. jeder, der eine Partei gewählt hat, soll oder muss angeben, welche. Aber wer für eine politische Liste angetreten bzw. politisch aktiv ist und sich dann zu einem Thema äußert, sollte ihre bzw. seine politische Funktion bzw. “Parteinähe” eigentlich auch nicht verstecken, sondern transparent machen und angeben. Od’r? Kurz gesagt: Nicht jede Parteisympathie muss öffentlich gemacht werden. Aber dort, wo sie für die Einordnung einer Aussage wichtig ist, braucht es auch Transparenz. Auch bei Leserbriefen. Man hat ja nichts zu verstecken …

Karlheinz Kindler, Feldkirch