Leserbrief: Staatsfonds Österreich

Leserbriefe / 07.09.2026 • 13:30 Uhr
Leserbrief: Staatsfonds Österreich

Kürzlich hat Bundeskanzler Stocker die Idee eines österreichischen Staatsfonds publik gemacht. Österreich hat mit die höchsten Renten innerhalb der EU – nice to have. Der Staat muss allerdings jährlich 30 Milliarden zuzahlen. Der Betrag steigt kontinuierlich und wird nicht mehr zu finanzieren sein. Finanzfachleute weltweit loben das System einiger skandinavischer Länder, die schon vor Jahren einen Staats-Investmentfonds gegründet haben, der langfristig hilft, das Pensionssystem zu finanzieren. Das Geld wird international investiert und hat in den letzten Jahren eine Rendite von fünf bis sieben Prozent erwirtschaftet. Norwegen erzielt große Gewinne aus Öl und Gasvorkommen und tut sich leichter den Fonds zu finanzieren. Wir sollten jedoch unbedingt einen Versuch starten. Gelingt es uns, jährlich drei Milliarden in einen Fonds einzuzahlen, hätten wir nach 25 Jahren ca. 155 Milliarden (75 Milliarden Eigenleistung, 80 Milliarden Zinsertrag). Damit könnte ein beträchtlicher Teil des Rentenlochs abgedeckt werden. Natürlich bedeutet die Finanzierung große Anstrengungen, aber es wäre zu stemmen, z.B. strengere Regelung der Frühpensionen, Pensionen an die Lebenserwartung zu koppeln, Anreize, länger zu arbeiten usw. Das würde schmerzen, ist aber nicht zu vermeiden. Ich höre schon die Unkenrufe „des got nie“, „des sind Träumer“, aber es wäre nun wirklich an der Zeit, einen mutigen Schritt in die Zukunft und für die nächsten Generationen zu machen.

Werner Sulzer, Bregenz