Leserbrief: Naturschutz oder Profitgier?

Vorarlberg – 2600 km² Lebensraum, die nun zur freien Beute erklärt werden. Parkplätze, Straßen, Schigebiete: Alles soll leichter umsetzbar sein, ohne lästige Naturschutzbewilligungen. Doch was bleibt, wenn „übliche land- und forstwirtschaftliche Nutzung“ nicht einmal definiert wird? Boden, lebendige Erde, fruchtbarer Humus – alles nur noch Ressourcen ohne Wert? Was wird hier noch geschützt? Offensichtlich nur das, woraus sich Profit schlagen lässt. Die Natur braucht keine Lobby, nur Deregulierung – so die Botschaft einer Politik, die funktionierende Wirtschaft über alles stellt. Unberührte Natur? Nicht genutzte Flächen? Nutzlos für die Gesellschaft, also verwenden wir sie! Doch was hinterlassen wir unseren Enkeln? Eine Landschaft, in der jeder Quadratmeter vermarktet ist? Wo der letzte freie Bach, die letzte Wiese, der letzte Wald dem nächsten „wirtschaftlichen Interesse“ weichen muss? Deregulierung ja – aber um welchen Preis?
Ingrid Hartmann, Altach