Neue Euro-Noten Herausforderung für Fälscher

Mehr Arbeit für Geldfälscher: Die EZB stellte gestern die ersten neuen Euro-Scheine vor.
Schwarzach. (VN-sca) Pünktlich um 16.30 Uhr wurde gestern der erste einer neuen Generation vorgestellt: Der erste neue Euro-Schein, ein Fünfer.
Bei aller Diskussion um die Zukunft der europäischen Gemeinschaftswährung wollen die Zentralbanker in Frankfurt nicht auch noch den Fälschern eine offene Flanke für ihr verbrecherisches Handwerk bieten und haben die Geldscheine mit neuen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet. Nach dem Fünf-Euro-Schein werden Zug um Zug alle Geldscheine neu gestaltet und in Umlauf gebracht. Das ist auch nötig, denn die Fälschungsprofis haben ihre Produkte in den letzten Jahren immer näher ans Original „herangedruckt“, wie die ebenfalls gestern präsentierte Fälschungsbilanz zeigt.
231 falsche Scheine
In Vorarlberg stiegen die Fälschungen nach einem Rückgang um ein Drittel im Jahr 2011 im vergangenen Jahr von 172 auf 231 Stück. „Damit tritt etwa jeden zweiten Tag eine Fälschung in unserem Bundesland auf, was kein Grund zur Beunruhigung, aber zumindest zur Sensibilität ist“, betont Armin Schneider von der Oesterreichischen Nationalbank. Wenn auch wieder ein kleiner Anstieg zu verzeichnen gewesen sei, so liege Vorarlberg noch immer deutlich unter den Spitzenjahren 2004 und 2009 mit über 300 Fälschungen. Zudem war 2011 vergleichsweise jenes Jahr, in dem in Vorarlberg am wenigsten Fälschungen verzeichnet wurden. Die Nationalbank weiß selbstverständlich auch, wieso die falschen Scheine in Vorarlberg auftauchten: „Die Zunahme liegt vor allem in zwei Banden, die von Mai bis Juli gezielt die westlichen Bundesländer für ihre Touren ausgewählt und dabei geschickt agiert haben, d. h. nie länger an einem Ort geblieben sind und bewusst immer verschiedene Gelegenheiten genutzt haben, das falsche Geld in Umlauf zu bringen.“
Der Schaden in Vorarlberg betrug 13.400 Euro, „was insbesondere im Verhältnis zu anderen Delikten eine überschaubare und geringe Größenordnung bleibt“, sagt Nationalbanker Schneider.
Fälschungssicher
 Die 5-Euro-Banknote der Europa-Serie enthält sowohl bereits bekannte Sicherheitsmerkmale, die weiter verbessert wurden, als auch ganz neue Elemente. Zu Letzteren zählt vor allem ein Porträt von Europa – einer Gestalt aus der griechischen Mythologie –, das im Wasserzeichen und im Hologramm zu erkennen ist.
 Porträt-Hologramm:
Beim Kippen der neuen Euro-Banknote, die ab Mai im Verkehr ist, erscheint im silbernen Streifen ein Porträt von Europa, und zwar das gleiche wie im Wasserzeichen. Außerdem sind im Streifen ein Fenster und die Wertzahl des Geldscheins zu sehen.
 Porträt-Wasserzeichen:
Bei Gegenlicht sehen Sie auf der Banknote ein schemenhaftes Motiv, in dem ein Porträt von Europa, der Wert des Geldscheins und ein Fenster zu erkennen sind.
 Smaragd-Zahl:
Beim Kippen der Banknote können Sie beobachten, dass sich auf der glänzenden Zahl ein Lichtbalken auf und ab bewegt. Des Weiteren verändert die Zahl ihre Farbe von Smaragdgrün zu Tiefblau.