Beamte sind zufriedener

Markt / 19.03.2013 • 22:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wer eine gute Ausbildung genossen hat, der ist sich seines Status sicherer und weist eine hohe Zufriedenheit auf. Foto: Beate Rhomberg
Wer eine gute Ausbildung genossen hat, der ist sich seines Status sicherer und weist eine hohe Zufriedenheit auf. Foto: Beate Rhomberg

Öffentlich Bedienstete fühlen sich am wohlsten, Ungelernte haben kein gutes Gefühl.

Feldkirch. Der Arbeitsklima­index für Vorarlberg hat sich 2012 nur unwesentlich verändert. Immerhin liegt der Ländle-Wert aber noch einen Punkt über dem österreichischen Gesamtindex. Er bewegt sich aber deutlich unter dem Wert von 2007, als der Index noch bei hohen 116 Punkten lag. „Während die Berufszufriedenheit bei den öffentlich Bediensteten mit 131 Punkten mit Abstand am höchsten ist, liegen gering Qualifizierte und Hilfsarbeiter mit 87 Punkten nur einen Punkt über dem bisherigen Tiefststand“, erläutert Arbeiterkammer-Präsident Hubert Hämmerle das Ergebnis der vom Institut IFES durchgeführten Umfrage.

Auch der Arbeitsklimaindex in Österreich ist 2012 mit einem Wert von 108 Indexpunkten auf dem Niveau von 2011 geblieben. In Vorarlberg konnte ein leichter Anstieg um zwei Punkte auf 109 Gesamtpunkte registriert werden. Deutlich über dem österreichischen Wert liegt der Teilindex „Gesellschaft“ mit einem Plus von 5 Punkten. Abgefragt wurde in diesem Bereich die „gefühlte“ gesellschaftliche Anerkennung des beruflichen Status. Doch die Stimmung ist nicht wirklich gut: Unterdurchschnittlich entwickelte sich jedenfalls der Bereich „Erwartungen“ mit einem Minus von einem Punkt. Bei diesem Teilindex geht es vor allem um Karriere und Arbeitsmarktchancen.

Bildung gibt Ausschlag

Ganz klar zeigt der Index: Wer eine gute Bildung genossen hat, der ist sich seines Status sicherer: Menschen mit Matura oder Uni-Abschluss weisen eine um 16 Punkte über dem Durchschnitt liegende Zufriedenheit auf. Diese Gruppe mit hohem Bildungsgrad liegt nahezu in allen Aspekten der Arbeitszufriedenheit über dem generellen Niveau, insbesondere aber bei den subjektiven Arbeitsmarktaussichten.

Schlechter qualifizierte Beschäftigte liegen in allen Teilindizes unter dem Ländle-Durchschnitt. Die Zufriedenheit von Hilfsarbeitern ist noch einmal um vier Punkte gefallen, Pflichtschulabgänger halten bei 98 Punkten. Zudem weisen sie die höchsten Werte bei den Faktoren Stress, Zeitdruck und physische Belastungen auf. „Das unterstreicht einmal mehr die Bedeutung einer soliden Berufsausbildung“, sagt dazu der oberste Arbeitnehmervertreter Hubert Hämmerle.

Interessant: Wie schon in den Vorjahren bewerten auch 2012 qualifizierte Berufsleute ihre Chancen am Arbeitsmarkt als besonders positiv, ihre innerbetrieblichen Karriereoptionen allerdings unterdurchschnittlich. Unter dem Schnitt liegen auch Teilzeitbeschäftigte: Sie weisen einerseits zwar niedrigere körperliche Belastungen auf, sind aber vor allem mit den Karrieremöglichkeiten und Arbeitsmarktchancen sowie mit ihrem Einkommen deutlich unzufriedener.

Frauen zufriedener

Die Zufriedenheit der weiblichen Beschäftigten in Vorarlberg liegt 2012 drei Indexpunkte über dem Durchschnitt und ist deutlich besser als jene der männlichen Arbeitnehmer: nämlich fünf Punkte. Abgesehen vom Einkommen – da liegen die Frauen drei Punkte zurück – zeigen sie sich in allen abgefragten Aspekten zufriedener. Auch beim Alter ergibt sich eine Schieflage: Am zufriedensten sind die Arbeitnehmer bis 29 Jahre Auch die bis 44-Jährigen sind überdurchschnittlich zufrieden. Deutlich unter dem Schnitt liegen die über 45-Jährigen. Sie stufen ihre Arbeitsmarktchancen mit gerade einmal 30 Punkten sehr schlecht ein. „In diesem Bereich muss dringend gegengesteuert werden“, ist Hämmerle überzeugt. „Unsere Forderung nach einer Wiedereinführung des Bonus-Malus-Systems für Ältere wird hier ebenso be­stätigt wie jene nach alters- und alternsgerechten Arbeitsplätzen“, so der AK-Präsident.

Das Ergebnis zeigt, wie wichtig eine solide Ausbildung ist.

Hubert Hämmerle, AK