Messe: Der Neue muss umsetzen

Markt / 09.06.2013 • 17:59 Uhr
Im Herzen des Rheintals: Das Messegelände in Dornbirn liegt im begehrtesten Gewerbegebiet Vorarlbergs. Jetzt wird in die neuen Hallen investiert. Foto: VN/Hartinger
Im Herzen des Rheintals: Das Messegelände in Dornbirn liegt im begehrtesten Gewerbegebiet Vorarlbergs. Jetzt wird in die neuen Hallen investiert. Foto: VN/Hartinger

Die Suche nach einem Messe-Geschäftsführer läuft. Was werden ­seine Aufgaben sein?

Dornbirn. Bis Ende August wird Dietmar Stefani noch die Geschäfte der Messe Dornbirn führen. Die Herbstmesse wird also noch unter seiner Ägide stattfinden. Und sollte sein Nachfolger zur Verfügung stehen, könnte er ihn sogar noch anlernen. Denn das Hearing der Kandidaten wird im Juli stattfinden, so Messe-Aufsichtsratschef Otto G. Mäser im Gespräch mit den VN. Wesentlich neues wird unter einem neuen Geschäftsführer nicht zu erwarten sein. Schließlich habe Stefani ausgezeichnete Arbeit geleistet. Außerdem sei der Strategie- und Innovationsprozess abgeschlossen, den gelte es jetzt umzusetzen.

Diskussion um Hightech-Messe

Sehr viel zu gestalten wird es für einen neuen Geschäftsführer oder eine Geschäftsführerin also in Dornbirn nicht geben, geht es nach dem Aufsichtsratschef und einigen gewichtigen Gesellschaftern. So bekräftigte die neu gewählte Dornbirner Bürgermeisterin die Treue der Stadt zu ihrer Ausstellung und setzt dadurch die Politik ihres Vorgängers Wolfgang Rümmele fort. Die war allerdings auch im Aufsichtsrat schon bisher nicht sakrosankt. Besonders Wirtschaftskammer-Präsident und Alt-Landesrat Manfred Rein sieht nicht alles, was am Messeplatz 1 passiert, durch die rosarote Brille: Nach der Intertech, von der Messe selbst als „erfolgreiche neu konzipierte Hightech-Messe“ bezeichnet, will er schon „dringendst intensiv darüber reden“, wie man diese junge Fachmesse in Zukunft weiterentwickeln könnte.

Die Gründe für seine Forderung: 4200 Besucher fanden den Weg zu den 140 Ausstellern – das ist übersichtlich und für die Aussteller, die mit sehr professionellen Messeständen punkteten, auf Dauer nicht befriedigend. Er könne sich vorstellen, dass man die Messe um das wichtige Bildungs- und Karrierethema erweitere, so Rein zur Intertech, die wahrscheinlich nicht ohne Grund von den Messemachern in Friedrichshafen und St. Gallen ihrem Vorarlberger Mitbewerber überlassen wurde.

„Alles bleibt lokal“

Den Traum von überregional beachteten Fachmessen hat er auch nicht: „Was hier gemacht wird, bleibt lokal.“ Und damit ist er nicht alleine; Auch andere Aufsichtsräte sehen die Zukunft kritischer als ihr Vorsitzender und fordern eine intensive Diskussion um die Zukunft der Dornbirner Messe, die im nächsten Jahr auch eines ihrer Flaggschiffe, die Frühjahrsmesse, einer Belastungsprobe aussetzen wird.

Sie wird bekannterweise in zwei Messen aufgeteilt, zum einen in die „com.bau“, die speziell auf den Bau ausgerichtet ist, und zum anderen in die „Schau“, die wie bisher von allem ein wenig bietet. Bei der Aufsichtsratssitzung am 26. Juni wird zwar noch kein Nachfolger präsentiert, die Diskussionen dürften dennoch lebhaft sein, vermutet einer der Aufsichtsräte.

Müssen dringendst intensiv über die Strategie der Messe reden.

manfred Rein, WKV-präsident