Andreas Scalet

Kommentar

Andreas Scalet

EU ist keine Einbahn

Markt / 05.07.2013 • 21:23 Uhr

Wenn Vorarlberger Firmen bei Arbeiten in der Schweiz von den dortigen Behörden behindert werden, ist die Empörung groß. Damit einher geht die Aufforderung an die EU, endlich Gerechtigkeit herzustellen.

Wenn nach Öffnung des eisernen Vorhanges und erst recht nach dem Beitritt der Staaten östlich des Burgenlandes österreichische Firmen wie Kolonialisten dort alle lukrativen Geschäftsfelder besetzen, dann ist das nur geschäftstüchtig und zeigt, wie taff wir sind.

Wenn aber ungarische Arbeiter auf einer Vogewosi-Baustelle in Vorarlberg Estriche verlegen, dann muss dem ein Ende bereitet werden. Aufträge in Vorarlberg nur für Vorarlberger, tönt es aus der radikalen Ecke und Applaus ist den Lärmern sicher. Und selbst moderate politische Kräfte können nicht glauben, was da ist.

Die Regeln der EU gelten indes für alle. Die Freizügigkeit gilt für den ungarischen Arbeiter wie für den Vorarlberger Tischler: Beide haben das Recht, anderswo zu arbeiten – natürlich bei gerechter Entlohnung. Die EU wurde schließlich nicht erfunden, um nur die Rechte der Vorarlberger zu schützen, sie ist keine Einbahnstraße.

andreas.scalet@vn.vol.at, 05572/501-862