So wird der Wohnbau günstiger

Markt / 17.09.2013 • 21:23 Uhr
Privater Wohnbau ist im Ländle teuer wie nie zuvor. Foto: VN/Hofmeister
Privater Wohnbau ist im Ländle teuer wie nie zuvor. Foto: VN/Hofmeister

Man muss an den richtigen Schrauben drehen, um Wohnbau wieder leistbar zu machen.

Schwarzach. Heute Abend sitzen die drei Fachleute Franz Drexel (Bau), Martin Ploß (Energieinstitut) und Elmar Hagen (Immobilien) und der zuständige Landesrat LSth. Karlheinz Rüdisser beim VN-Stammtisch in Hohenems am Podium und werden mit Fachleuten und Häuslebauer diskutieren, wie es in Zukunft auch für Vorarlberger Normalverdiener möglich sein soll, Wohneigentum – egal ob Haus oder Wohnung – zu schaffen. Denn die Preisspirale dreht sich derzeit, ohne an Geschwindigkeit zu verlieren.

Bester Indikator dafür ist die langsam versiegende Bautätigkeit privater Bauherrschaften. Sowohl die Kredite als auch die Wohnbauförderung gehen zurück. Die VN haben zahlreiche Handwerker, Bauträger und Architekten sowie Bauforscher und -berater befragt – und die sind sich einig, wo die größten Kostentreiber zu finden sind. Wie man diese Schrauben so dreht, dass Preis und Leistung in einem vernünftigen Verhältnis stehen, wird Gegenstand des VN-Stammtisches sein. Hier die Ursachen und mögliche Gegenmaßnahmen:

Hohe Grundstückspreise: Für LH Wallner ist ein Eingreifen in den Markt ein No-Go. Wer kein Grundstück geerbt hat, wird sich keines leisten können. Fachleute wie Wolfgang Amann vom Institut für Wohnen und Bauen, raten zu Strafsteuern, wenn Bauland gehortet wird. Amann kann sich aber auch vorstellen, dass die Gemeinde Tausch-Grundstücke anbietet.

Normen und Vorgaben. Es fängt bei den Geschoßhöhen an, die viele Bürgermeister nicht erhöhen wollen und die – so Architekt und ETH-Wohnforum-Chef Dietmar Eberle – „schwachsinnig sind“. Es geht weiter mit den Vorschriften zum Brandschutz und zur Barrierefreiheit, die gerade in kleineren Bauwerken „völlig überzogen sind“, so Baufachmann Jeannot Fink und auch Rüdisser im Gespräch mit den VN. Dazu summieren sich die Kosten für Berater, die all das erdacht haben und es natürlich auch kontrollieren. Hier gibt es ein sehr großes Einsparpotenzial.

Energieeffizienz-Maßnahmen: In Vorarlberg sind Energiesparmaßnahmen zwar festgeschrieben, aber „schon lange nicht mehr auf der Höhe der Zeit“, formuliert Eberle scharf und erhält Unterstützung von Bauunternehmern wie Hubert Rhomberg. Sie fordern vom Energieinstitut mehr Forschung, weniger Verwaltung. Eberle hat als Best-Practice-Beispiel gerade ein sechsstöckiges Bürohaus ohne Heizung und Dämmung gebaut.

Hohe Ansprüche: Die Gemeinden haben hohe Ansprüche beim verdichteten Wohnbau – zum Beispiel bei Parkplätzen und bei der Spielplatzabgabe – die sich auf die Kosten schlagen. Aber auch beim Häuslebauer selbst sehen sowohl der Passivhaus-Pionier Helmut Krapmeier vom Energieinstitut, der sich sowohl kleinere Häuser und Fenster als auch niedrigere Wohntemperaturen vorstellen kann, als auch Vorarlberger Handwerker, die eher dafür plädieren, dass nicht von Anfang an vom Garten bis zum Hobbyraum alles perfekt sein muss, Möglichkeiten.

Kosten: Obwohl derzeit die Zinsen niedrig sind, sei bei einem Ansteigen mit Finanzierungsschwierigkeiten zur rechnen. Wohnbauförderung sei als Unterstützung und nicht als Lenkungsinstrument gedacht.