„Monopoly“ in Seestadt und Seequartier Bregenz

Hinter den Kulissen wird eifrig am neuen Bregenzer Quartier gebastelt.
Bregenz. Im Frühjahr hing der Segen schief. Stadt Bregenz, die Betreiber des Seequartiers und die Investoren der Seestadt standen wieder einmal am Anfang. Im Seequartier war man verstimmt über die „Bevorzugung“ der Seestadt, was die Nutzung betraf. Die Seestädtler warfen ihrerseits Hubert Rhomberg und Co Untätigkeit vor.
Dann beschloss der Bürgermeister, vor allem die Mutmaßungen der Bevölkerung zu beenden und setzte sich für eine gemeinsame Präsentation der Planung noch vor Festspiele-Eröffnung ein. Und hat damit die beiden Betreiber geeint – sie waren nämlich gegen den frühen Termin. Nun ist es so weit. Noch herrscht ein Schweigeabkommen, aber am Dienstagabend werden Bürgermeister Linhart, Bernhard Ölz (Prisma) für die Seestadt und Hubert Rhomberg (Rhomberg Bau) für das Seequartier auf der Werkstattbühne stehen und den Bürgern Auskunft geben.
Gar keine Diskussion?
An diesem Abend soll nichts dem Zufall überlassen werden, wie die VN erfahren haben. So wird die Veranstaltung ablaufen: Nach der Begrüßung werden die Bürger an verschiedene Info-Stationen geladen, wo die jeweiligen Themen wie Verkehrsführung, Nutzung, Wohnen etc. vorgestellt werden. Erst mit diesem Basiswissen wird dann diskutiert. Wenn diskutiert wird. Es gibt nämlich Vermutungen, unter anderem seitens der Genossenschaft „Mehr am See“, dass eine Diskussion gar nicht vorgesehen sei.
Wie ist der aktuelle Stand der Planung? In den letzten Monaten soll die Zusammenarbeit, so ist aus beiden Lagern zu hören, konstruktiv gewesen sein. Wesentliche Fragen wie die gemeinsame Tiefgarage für die beiden neuen Stadtteile seien abgestimmt.
Aus der Bürgerschaft erklingen trotzdem kritische Stimmen: Ein unmittelbarer Anrainer spricht bezüglich des Architekturwettbewerbs von einer Farce, da nichts mehr von dem, was damals ausgezeichnet wurde, übrig sei. Die Geschäftsinhaber in der Bahnhofstraße fürchten durch den jahrelangen Baubetrieb, der nun im Frühjahr 2014 starten soll, massive Beeinträchtigungen ihres Geschäftes. Sie prüfen bereits rechtliche Schritte, um sich schadlos zu halten.
Enttäuscht zeigt sich Hotelier Hubert Schwärzler, der für ein ursprünglich geplantes Hotel am Bahnhof bereits ein Konzept erarbeitet hat und versichert, nach wie vor Interesse an einer Realisierung zu haben. „Ein Hotel wäre für den neuen Stadtteil und die Stadt überhaupt eine große Chance gewesen.“ Dem Hotelier wurde abgesagt, die Betreiber wollen nun ein Holzhochhaus bauen.
Brandversicherer im Hochhaus
Besonders reizvoll wäre für die Rhomberg-Tochter Cree, wenn ein Brandversicherer die Räumlichkeiten bespielen würde. Das findet auch der Direktor der angesprochenen Vorarlberger Landesversicherung, Robert Sturn. Allerdings, so der Versicherer im Gespräch mit den VN, außer einem unverbindlichen Gespräch sei bislang nichts passiert. „Ich habe das Gefühl, dass wir da nur Lückenfüller sind.“ Er wartet nun ab, was passiert, denn so oder so wird sich die Versicherung baulich verändern müssen. Alternativ wird auch die Renovierung des derzeitigen Domizils überlegt, so Sturn.
Die Betreiber haben Hotel- plänen eine Absage erteilt.
Hubert SChwärzler
Stadthotel
Das Stadthotel ist endgültig vom Tisch. Obwohl die Vorarlberger-Liechtensteiner Schwärzler Hotelgruppe ein Konzept für das Stadthotel ausgearbeitet hat, wurde dem Unternehmen abschlägig beschieden. Im Pflichtenheft (oder im Wunschprogramm) ist ein Beherbergungsbetrieb vorgesehen.
Gewerbliche Nutzung
Anders als ursprünglich vorgesehen wird es jetzt auch im Seequartier Fläche für einen Lebensmittelmarkt geben. Im Bahnhofsbereich sind dafür 600 Quadratmeter eingeplant. Als Betreiber des Markts ist das Bregenzerwälder Unternehmen Sutterlüty im Gespräch.
Bahnhof
Die Bauträger des Seequartiers, die den Bahnhofsbereich bebauen werden, haben alle Weichen für eine beispielsweise von der Genossenschaft „Mehr am See“ geforderte Bahn-Untertunnelung getroffen. „Jetzt kommt es auf die ÖBB an, die das natürlich wollen muss.“
Bürohaus
Statt des Stadthotels soll ein Bürohaus entstehen. In Holzbauweise und von der Rhomberg-Tochter Cree ausgeführt. Rhomberg Bau wünscht sich die Vorarlberger Landesversicherung als Büromieter (-käufer?). Die Versicherung weiß allerdings noch nicht, ob das auch realisierbar ist.
Informationsveranstaltung zum Planungsstand „Seestadt und -quartier“, Di., 19.30 Uhr