Aktienmärkten droht ein Rückschlag

Markt / 15.06.2014 • 19:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Auseinandersetzung im Irak lässt Nervosität der Investoren steigen.

Frankfurt. Der Vormarsch islamistischer Kämpfer im Irak wird Börsianern zufolge zu einem immer größeren Risiko für die Aktienmärkte. „Eine Eskalation im Nahen Osten würde auf einen Markt treffen, der erstens heißgelaufen ist und zweitens in einer Art Sorglosigkeit den Sommerschlaf angetreten hat“, warnt Jens Klatt, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses FXCM.

„In Schwung kommende Gewinnmitnahmen gepaart mit steigender Nervosität könnten den DAX schnell ein paar hundert Punkte kosten.“ In der abgelaufenen Woche verlor der Leitindex 0,7 Prozent. Ein Rückschlag wäre wohl aber nur von kurzer Dauer, betonte Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg. Etwas anderes sei nur zu erwarten, wenn die Weltwirtschaft wegen der Irak-Krise und eines lang anhaltenden, kräftigen Ölpreis- Anstiegs in die Rezession rutscht. Danach sehe es derzeit aber nicht aus.

„Unser Grundszenario ist weiterhin positiv“, sagte Klude. Anleger würden Kursrücksetzer sicher zum Einstieg nutzen. „Mittelfristig wird der DAX nachhaltig über die Marke von 10.000 Punkten steigen.“

Auch an der Wall Street sorgen die Islamisten-Offensive im Irak und die Furcht vor einem Abschwung der Weltwirtschaft für Verunsicherung. Börsianer gehen daher davon aus, dass die Investoren vorsichtiger agieren werden. Der steigende Ölpreis und die Sorge um eine Verschärfung des Konflikts dürften vor allem Aktien aus den Bereichen Energie und Militär in den Fokus der Investoren rücken.

Tapering geht weiter

Für Kate Warne, Investmentstrategin bei Edward Jones, ist es naheliegend, dass Aktien aus dem Verteidigungssektor von einer Verschärfung der Lage im Irak profitieren dürften. Allerdings bedeute dies nicht zwangsläufig, dass Anleger nun ausschließlich in Werte aus dem Verteidigungsbereich strömen, in der Erwartung, dass die Umsätze der Militär-Unternehmen im Zuge neuer Regierungsaufträge anziehen. Die USA planen derzeit keinen Einsatz ihrer Soldaten gegen islamistische Rebellen im Irak.

Er werde in den kommenden Tagen jedoch andere Optionen prüfen, hatte US-Präsident Barack Obama am Freitag in Washington gesagt. Mit Spannung blicken Börsianer zudem auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch und die anschließende Pressekonferenz ihrer Chefin Janet Yellen. Die Federal Reserve (Fed) werde wohl nur die erneute Reduzierung der monatlichen Wertpapierkäufe auf 35 von derzeit 45 Milliarden Dollar ankündigen.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.