Vorarlberg, das Land der Familienbetriebe

Markt / 15.06.2014 • 19:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Blum Beschläge, Höchst: einer von 12.200 Familienbetrieben in Vorarlberg. Foto: VN/Rhomberg  
Blum Beschläge, Höchst: einer von 12.200 Familienbetrieben in Vorarlberg. Foto: VN/Rhomberg  

12.200 Familienbetriebe setzen in Vorarlberg 22,3 Milliarden Euro um.

Schwarzach. Blum Beschläge, Haberkorn, Doppelmayr, Meusburger oder Alpla. Alle haben eines gemeinsam: Sie sind Familienunternehmen. Laut einer neuen Studie der KMU Forschung Austria ist Vorarlberg ausreichend gesegnet mit Betrieben, die sich im Besitz der Gründerfamilien befinden. 12.200 Familienunternehmen machten die Studienautoren hierzulande ausfindig. Mit 105.800 Beschäftigten erzielten die Familienbetriebe 2013 einen Umsatz von 22,3 Milliarden Euro. Gemessen an der Anzahl sind diese Betriebe in Vorarlberg im Bundesländervergleich unter den leistungsstärksten.

Stärker als in anderen Ländern

In Österreich liegt der Anteil der Firmen in Familienhand bei 80 Prozent. In Vorarlberg dürfte dieser Anteil noch höher sein. „Familienunternehmen prägen ganz klar die Wirtschaftsstruktur des Landes“, betont Wirtschaftskammer-Präsident Manfred Rein daher. Mathias Burtscher, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Vorarlberg (IV), ergänzt: „Die Entwicklung zum heutigen Wirtschaftsstandort Vorarlberg ist zu einem großen Teil Familienbetrieben zu verdanken. Denn das Bekenntnis zum Standort ist bei ihnen stärker gegeben.“ Die Familienbetriebe nehmen damit eine wichtigere Rolle ein, als das in vielen anderen Ländern der Fall ist.

Aufgrund der Bedeutung der Familienbetriebe für Österreich hat sich innerhalb der Industriellenvereinigung bundesweit vor einem Jahr die „Plattform für Familienunternehmen“ entwickelt. Sie nimmt sich spezieller Themen rund um Familienbetriebe und ihre Bedeutung für den Wirtschafts- und Arbeitsstandort an. Paul Senger-Weiss (Gebrüder Weiss) leitet diese Plattform. Dort wurde beispielsweise schon eine Positionierung im Bereich der Eigenkapitalstärkung ausgearbeitet.

Denken in Generationen

IV-Präsident Hubert Bertsch leitet mit der Bertsch Holding GmbH selbst erfolgreich ein großes Familienunternehmen, das international reüssiert. Er weiß, dass „bei Familienunternehmen Stabilität, Tradition, Identifikation mit dem Unternehmen und die regionale Verankerung eine wichtige Rolle spielen“. Ein Vorteil von Familienunternehmen ist, dass sie sich nicht so stark von Quartalsergebnissen treiben lassen müssen und in Generationen denken. Das wiederum sorgt für sichere Arbeitsplätze und eine stetige wirtschaftliche Entwicklung des Landes – gut also, dass Vorarlberg ein Land der Familienbetriebe ist.

Familienbetriebe prägen klar unsere Wirtschaftsstruktur.

Manfred Rein

Familienbetriebe in Österreich

Familienbetriebe Beschäftigte Umsatz (in Mill.)

Vorarlberg 12.200 105.800 22.300

Tirol 17.400 145.300 19.000

Steiermark 21.400 216.600 26.800

Salzburg 14.800 146.300 31.800

Oberösterreich 23.200 327.000 70.000

Niederösterreich 26.900 205.400 31.500

Kärnten 10.300 91.100 15.600

Burgenland 5.000 44.500 7.800

Wien 29.400 451.600 140.000

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.