Lehrlinge als Zukunft des Betriebes

Markt / 28.11.2014 • 12:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jeanine Harrer (3. v. r.): „Lehrlinge wollen Neues kennenlernen und freuen sich über Abwechslung.“  Foto: Bayer
Jeanine Harrer (3. v. r.): „Lehrlinge wollen Neues kennenlernen und freuen sich über Abwechslung.“ Foto: Bayer

Spaß an der Arbeit und Geschick sind musts für den Nachwuchs beim Verpackungsprofi.

Christine Mennel

Sie arbeiten seit zwei Jahren intensiv mit den Lehrlingen zusammen. Wie würden Sie Ihre Aufgabe beschreiben?

harrer: Lehrlinge sind die Zukunft des Betriebes. Wir wollen jungen Menschen durch eine gute Ausbildung den Grundstein für ein erfolgreiches Berufsleben legen. Zuerst war es eine große Umstellung für mich, plötzlich so viel Verantwortung gegenüber den jungen Menschen zu haben. Aber wenn ich sehe, wie sich die Lehrlinge weiterentwickeln und langsam zu Erwachsenen heranreifen, habe ich eine große Freude, dabei mitgewirkt zu haben.

Fällt Ihnen die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen leicht?

harrer: Natürlich ist es eine herausfordernde Aufgabe, weil sich die Lehrlinge meistens in der pubertierenden Phase befinden und ihre Grenzen gerne mal austesten. So gibt es auch Höhen und Tiefen bei der Arbeit mit Jugendlichen, da man auch auf unterschiedliche Charakterzüge trifft. Aber mir macht es Spaß, zusammen mit ihnen die Höhen und Tiefen der Lehre zu bewältigen.

Welche Eigenschaften helfen Ihnen dabei?

harrer: Das Hauptmerkmal ist sicher die fachliche Kompetenz sowie eine sicheres Auftreten. Aber genauso wichtig ist die Sozialkompetenz, auf Jugendliche eingehen zu können und immer ein offenes Ohr für ihre Anliegen zu haben.

Und was erwartet man im Betrieb von den Lehrlingen?

harrer: Unsere Lehrlinge sollten Spaß an der Arbeit haben. Wichtig sind auch das handwerkliche Geschick und vor allem der Wille, etwas zu lernen. Ein gewisses Vorstellungsvermögen und eine gehörige Portion kreatives Talent sind ebenfalls von Vorteil. Eine unserer Unternehmensphilosophien heißt „Abfallwirtschaft/Umwelt“. Daher sollten unsere Lehrlinge zum Erhalt bzw. zur Verbesserung der Umwelt beitragen wollen.

Wo finden Sie diese Talente?

harrer: Da sind natürlich zum einen unsere Schnuppertage, aber wir sind auch bei dem Projekt „Schaffar-Tag“ dabei, bei dem die Hauptschüler unseren Beruf kennenlernen können. Wir nehmen auch jedes Jahr an der BIFO-Messe in Hohenems sowie an der Zukunfts-Lust-Messe in Lustenau teil.

Was wünschen sich die Lehrlinge und was wird ihnen geboten?

harrer: Nach meinen Erfahrungen ist es der Wunsch nach abwechslungsreichen Tätigkeiten, etwas Neues lernen zu wollen. Neben diversen Seminaren bzw. Projekten zählt auch die Belohnung guter schulischer Leistung. Wir führen monatliche Lehrlingssitzungen durch, bei denen die Lehrlinge über ihren derzeitigen Stand benachrichtigt werden. Aber es werden auch Anliegen und neue Ideen besprochen. Wichtig für uns ist auch der Kontakt zu den Eltern, daher werden bei uns auch Elternnachmittage durchgeführt.

Sie nehmen seit 2001 an dem Bewerb „Ausgezeichnete Lehrbetriebe“ teil und haben die Auszeichnung schon zum vierten Mal erhalten. Gibt es ein Erfolgsrezept?

harrer: Im Vordergrund stehen die Bemühungen um den Lehrling das ganze Jahr über. Ziel ist es, dass die Lehrlinge nach dreieinhalb Jahren das Berufsbild erfüllen und alle Kenntnisse mitbekommen haben.

Zur Person

Jeanine Harrer

Ausbildung: Verpackungstechnikerin

Laufbahn: Abschluss der Handelsschule Lustenau, Lehre als Verpackungstechnikerin und Lehrlingsausbilderin

Alter: 25 Jahre

Familie: Lebensgemeinschaft

Hobbys: Zeichnen und Tanzen