Andreas Scalet

Kommentar

Andreas Scalet

Gute Vorsätze auch umsetzen

Markt / 07.01.2015 • 22:15 Uhr

Das Jahr 2015 ist genau eine Woche alt. Die guten Vorsätze sind deshalb noch präsent. Aus dem Fokus verschwinden sie früh genug. Denn gute Vorsätze haben eine seltsame Eigenschaft: Es bleibt meist beim Plan, die Umsetzung wird oft gar nicht ernsthaft in Erwägung gezogen. Das lässt sich im privaten Bereich beobachten, aber auch in der Politik und manchmal in der Wirtschaft. Heuer muss der Vorsatz ein anderer sein: Nämlich die Umsetzung der Projekte, die in den ersten Tagen des neuen Jahres angekündigt wurden.

 

Zuvorderst muss Finanzminister Hans Jörg Schelling liefern. Bis Mitte März hat er konkrete Vorschläge für die längst fällige Steuerreform versprochen. Die Erwartungen sind hoch, ein weiteres politisches Geplänkel unter den Koalitionären ÖVP und SPÖ verstünde niemand, weder die Unternehmer, die stolze Bruttolöhne bezahlen, noch deren Mitarbeiter, die in der Geldtasche davon nichts bemerken.

 

Die Umsetzung dieses Vorsatzes soll denn auch die vorhergesagte Konjunkturflaute abmildern. Mehr privater Konsum sorgt für bessere Ergebnisse in der Wirtschaft sowie die Stabilisierung des Arbeitsmarktes und schließlich für einen gewissen Optimismus, der dem Standort guttun wird.

 

Der Vorsatz der Unternehmen ist klar und sicher der, der am ernsthaftesten verfolgt wird, nämlich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu reüssieren. Der Auftrag heißt „nit lugg lo“, auch wenn das nicht einfach sein wird. Denn diesen Vorsatz haben nicht nur die Wirtschaftstreibenden in Österreich bzw. Vorarlberg, sondern auch deren Mitbewerber auf der ganzen Welt.

 

Unterstützt werden können die Unternehmer dabei von ihrer Interessenvertretung, die – da in der Wirtschaftskammer im Februar gewählt wird – heuer besonders viele gute Vorsätze formuliert hat und bis zur Wahl Ende Februar mit weiteren Vorschlägen aufwarten wird. Die Vorsätze, die Bürokratie für Unternehmen und Bürger einzudämmen und endlich einen Durchbruch in der Bildungspolitik zu erreichen, darf nicht nur in den Wahlprogrammen vorkommen, sondern muss mit Nachdruck verfolgt werden.

 

Immerhin funken bei all den genannten Langzeitprojekten die Sozialpartner auf gleicher Wellenlänge. Wenn die Macht der Kammern wirklich so groß ist, wie immer wieder behauptet, dann sind diese Vorsätze die richtigen, um 2015 umgesetzt zu werden.

andreas.scalet@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-862