Mit Gesundheit punkten

Führungspersönlichkeiten sollten laut einem Forschungs-Experiment vor allem gesund aussehen.
EXPERIMENT. (VN-dh) Gesundes Aussehen geht vor Intelligenz. Das ist die Quintessenz einer Studie, die ein niederländisches Forscherteam um Leiter Brian Spisak im Vorjahr durchgeführt hat. Die Wissenschaftler stellten dabei die Gesichtszüge in den Mittelpunkt ihres Forschungsprojektes, da in diesen eine ganze Menge an Informationen steckt. Für ihre Studie führten die Forscher ein Experiment mit 69 Frauen und 79 Männern durch. Diese erhielten die Aufgabe, für einen fiktiven Führungsposten in einem großen Unternehmen Bewerber auszuwählen. Auf dem Bildschirm wurde ihnen dabei zunächst kurz beschrieben, welche Aufgaben der Posten beinhalte. Dabei gab es vier verschiedene Szenarien. So sollte der künftige Manager entweder die Firma im Wettbewerb stärken oder Kooperationsverhandlungen leiten, er sollte die bestehenden Handelsbeziehungen pflegen oder aber neue Märkte erschließen. Als Bewerber erschienen auf dem Bildschirm jeweils paarweise Porträts einer Person, deren Gesichtszüge per Bildbearbeitung so verändert worden waren, dass sie intelligent oder weniger intelligent und gesund oder weniger gesund wirkten. Nachdem die Probanden alle vier Szenarien mit jeweils sechs Porträtpaaren durchgespielt hatten, stuften sie jedes Gesicht noch einmal einzeln danach ein, wie attraktiv, intelligent, gesund und maskulin es auf sie wirkte.
Selbstpflege lohnt sich
Die Auswertung ergab eine klare Präferenz für gesunde gebräunte Gesichter. In knapp 70 Prozent der Fälle entschieden sich die Teilnehmer dafür, egal für welchen Job sich der Kandidat beworben hatte. Nicht so eindeutig waren die Entscheidungen bei der Intelligenz. Gefragt war diese nur bei jenen Kandidaten, die besonders diplomatisch und innovativ sein sollten, nämlich jene, die den Vertrag neu verhandeln oder einen neuen Markt erschließen sollten. Nur in solchen Positionen, wo es auf Kooperation und Verhandlungsgeschick ankam, hatten die klugen, aber blassen Bewerber Chancen.
„Es zeigt sich, dass es sich für angehende Chefs in der Politik wie in der Wirtschaft immer lohnt, gesund auszusehen“, erläutert Spisak die Ergebnisse in einer Aussendung. Das mache verständlich, warum diese häufig so viel Zeit, Geld und Aufwand in ihre Erscheinung stecken. Intelligent auszusehen sei offenbar nur in bestimmten Situationen gefragt, gesundes Aussehen scheine hingegen immer nützlich zu sein. Weil aber Äußeres und tatsächliche Fähigkeiten nicht automatisch übereinstimmen, kann dies zu Fehlentscheidungen führen. „Ein Kandidat, der eine weniger gesunde Gesichtsfarbe hat als ein Konkurrent, könnte demnach ausscheiden, obwohl er eigentlich für den Job besser geeignet wäre“, so Spisak.