Wechsel im Management von Grass

Markt / 28.05.2015 • 22:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ronald Weber gibt die Geschäftsführung der Grass-Gruppe ab: Grund sind Auffassungsunterschiede mit dem Aufsichtrat. Foto: VN/Gasser  
Ronald Weber gibt die Geschäftsführung der Grass-Gruppe ab: Grund sind Auffassungsunterschiede mit dem Aufsichtrat. Foto: VN/Gasser  

Beim Beschlägehersteller Grass wird die Führungsspitze neu aufgestellt.

Höchst. (VN-sca) Die Inter­zum in Köln, die wichtigste Zulieferermesse für die Möbelbranche, war für die Höchster Hersteller von Bewegungssystemen, wie sich die Firma Grass offiziell bezeichnet, ein voller Erfolg. Mit dem Schubladensystem Nova Pro Scala wurde ein Produkt beim Interzum-Award-Wettbewerb ausgezeichnet, das Interesse an den Produkten war groß. Für Ronald Weber, den Geschäftsführer des Höchster Unternehmens, wird es allerdings der letzte Erfolg als Vorsitzender der Geschäftsführung des Beschlägeherstellers sein.

Am Donnerstagvormittag gab Weber, der seit Dezember 2011 Chef am Grassplatz 1 ist, seinen Rückzug aus der Führungsspitze bekannt. Was Weber in Zukunft machen wird, ist nicht bekannt. Die Geschäftsführung der Würth-Tochter Grass  bestätigt die Trennung, die einvernehmlich vonstatten ging, weil sich der scheidende Geschäftsführer und der Aufsichtsrat über die künftige Ausrichtung nicht einig geworden waren.

Zweier-Vorstand

Weiterhin an der obersten Spitze des Industriebetriebs werden die beiden Mitgeschäftsführer Thomas Müller und Christoph Walter agieren. Das Unternehmen wird künftig von einem Zweier-Vorstand geführt. Eine Änderung in der Organisation wird es auf jeden Fall geben. Müller sei ab sofort wieder für die Werke in Höchst und Götzis zuständig, der bisherige Götzis-Werksleiter hatte am Mittwoch seinen letzten Arbeitstag. Die Fabriken wurden erst im vergangenen Jahr aufgrund einer Diversifizierungsoffensive in sogenannte Divisionen aufgeteilt. Das habe, so ist von Mitarbeitern zu hören, dazu geführt, dass die Koordination zwischen den einzelnen Produktionen (aufgeteilt wurde nach Produktgruppen) aufwendiger wurde. So sei eine eigene Abteilung entstanden, die sich um diese Aufgaben kümmern musste.

Neu aufgestellt wird auch der Verkauf des zum Würth-Konzern gehörenden Unternehmens, das weltweit 19 Standorte zählt. Man wolle den Schwung nutzen, der durch Innovationen bei den Partnern in Möbelindustrie und Tischlerhandwerk entstanden sei. Auch das ehrgeizige Investitionsprogramm deutet in diese Richtung. Im vergangenen Jahr wurden 17 Millionen in das ehemalige Mepla-Alfit-Werk in Götzis investiert, heuer wird eine ähnlich große Summe in neue Produktionsanlagen, Werkzeuge und den Maschinenpark in Höchst investiert.

Grass-Fakten

» Umsatz 2014: 314 Mio. Euro
(+4,6 %)

» Mitarbeiter 2014: 1760; 870 in Vorarlberg (30 neue Arbeitsplätze werden 2015 geschaffen), 890 in anderen Ländern

» Investitionen 2015: 17,1 Mill. Euro

» Lehrlinge: 70