Anerkennung geben

25.09.2015 • 06:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Noch vor zwei Jahren hatte einer Studie zufolge jeder vierte Dienstnehmer innerlich gekündigt.
Noch vor zwei Jahren hatte einer Studie zufolge jeder vierte Dienstnehmer innerlich gekündigt.

Unternehmen denken vermehrt um und erkennen, dass sie ihre Mitarbeiter besser behandeln müssen.

PERSONALFÜHRUNG. (VN-dh). Noch vor wenigen Jahren ergab eine in Deutschland vom Gallup-Institut durchgeführte Studie ein alarmierendes Bild, denn die Auswertung des Jahres 2013 ergab, dass fast jeder vierte Angestellte wegen Unzufriedenheit im Job innerlich gekündigt hat und 63 Prozent lediglich Dienst nach Vorschrift macht. Nur 14 Prozent der Befragten waren demnach mit Herz und Seele bei der Sache. Als Hauptgrund für eine schlechte Motivation wurde mangelnde Personalführung genannt. Zahlreiche Unternehmen haben sich diese Daten offensichtlich als negatives Vorbild genommen. Sie sind dabei, ihre Firmenkultur zu ändern, wie eine aktuelle Studie in Österreich zeigt, denn laut Ergebnis haben sechs von zehn Unternehmen erkannt, dass sie ihre Mitarbeiter besser behandeln müssen. Diese Firmen sind gerade dabei, ihre Führungskultur zu ändern oder planen dies, um ihre Mitarbeiter stärker zu binden. Der Grund: Die Mehrheit (71 Prozent) der Personal-Manager in Österreich ist besorgt, Top-Mitarbeiter an die Konkurrenz zu verlieren. Gleichzeitig beklagen 92 Prozent der Befragten, es sei eine große oder sogar sehr große Herausforderung, qualifizierte Fachkräfte zu finden.

Bemühungen wirken

Mangelnde Kommunikation und zu wenig Anerkennung ist demnach der Hauptgrund zur Unzufriedenheit. Jeder Dritte der Befragten nannte dies an oberster Stelle. Um eine erfolgreiche Führungskultur zu etablieren, wird eine offene und transparente Kommunikation als Hauptkriterium gesehen. Dazu zählt etwa, Mitarbeiter frühzeitig über wichtige Entwicklungen und Entscheidungen zu informieren. Des Weiteren ist für 48 Prozent der Befragten die Einbindung der Mitarbeiter in die Entscheidungsfindung sehr wichtig. Die Angestellten sollen ermutigt werden, ihr Feedback an das Management zu geben. Die Dienstnehmer schätzen den direkten Austausch mit Vorgesetzten, weil dies als Zeichen der Wertschätzung empfunden wird. Die Übertragung von mehr Eigenverantwortung zählt als Vertrauen in das Können des Einzelnen.

Die Bemühungen der Unternehmen tragen zumindest in Deutschland schon erste Früchte. Denn innerhalb von zwei Jahren sank der Anteil der innerlichen Kündigungen laut Gallup-Studie deutlich auf 15 Prozent. Dies ist der niedrigste Wert seit 2001. Ob das mit einer verbesserten Unternehmenskultur oder vermehrter Angst mit Jobverlust zusammenhängt, wurde jedoch nicht eruiert.