KV-Start in „sachlicher Atmosphäre“

Markt / 05.10.2015 • 22:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Maschinen- und Metallwarenindustrie verwies vor der ersten Runde auf die schwierige Lage der Branche. Foto: FMMI

Die Maschinen- und Metallwarenindustrie verwies vor der ersten Runde auf die schwierige Lage der Branche. Foto: FMMI

Nach Misstönen zum Start der Kollektivvertragsverhandlungen fand man zu einer sachlichen Geprächsbasis.

Wien. (VN) An Montag fand plangemäß die erste Verhandlungsrunde zwischen Metallindustrie-Arbeitgebern und der Gewerkschaften statt.  „Das Gespräch hat in einer sehr sachlichen Atmosphäre stattgefunden, doch aus meiner Sicht haben die Gewerkschaften den Ernst der Lage immer noch nicht erkannt“, kommentiert der Obmann des Fachverbandes Maschinen-, Metallwaren- und Gießereiindustrie (FMMI) Christian Knill die erste richtige Verhandlungsrunde im heurigen KV-Herbst zusammen. „Die Branche hat 2014 trotz größter Anstrengungen ein kräftiges Minus eingefahren, und der Trend setzt sich heuer massiv fort. Wir können nur davor warnen, weiter die Augen vor der Realität zu verschließen“, versucht sich der Industrielle für weitere Gespräche zu positionieren.

„Absolutes Alarmzeichen“

Der Fachverband verweist auf eine triste Zwischenbilanz nach den ersten fünf Monaten 2015. Besonders offensichtlich werden die Schwierigkeiten der Branche an den Beschäftigungszahlen: Seit Anfang 2014 gingen schon rund 3500 Arbeitsplätze verloren. „Das ist für uns ein absolutes Alarmzeichen. Wenn man aber weiß, dass jedes Beschäftigungsverhältnis in der MMI einen weiteren Job in einem anderen Bereich schafft, ist diese Entwicklung noch dramatischer“, so Knill.

Ganz anders sieht die Arbeitnehmerseite naturgemäß die Ausgangslage. Als Begleitmusik zur heutigen Gesprächsrunde teilte AK-Experte Markus Marterbauer in einer Aussendung mit, dass es der Wirtschaft besser gehe als von ihr dargestellt. „Gegenüber Juli 2015 habe der Index für die Industrie (produzierender Bereich ohne Bau) um 3,2 Prozent zugelegt. Besonders erfreulich sei, dass sich vor allem die Nachfrage nach Investitionsgütern um 7,2 Prozent belebt habe, so Marterbauer.

Der nächste Verhandlungstermin mit dem Maschinen- und Metallwarenindustrie am 15. Oktober  findet wieder in der Wirtschaftskammer in Wien statt. Bereits am Freitag, 9. Oktober, startet die erste Verhandlungsrunde mit dem Fahrzeugbau, am 12. Oktober folgen die Branchen Bergbau/Stahl und Nichteisenmetalle. Insgesamt umfasst die Metallbranche 180.000 Beschäftigte aufgeteilt auf sechs Fachverbände.