Bau der Seestadt nicht vor dem Frühjahr 2016

07.10.2015 • 20:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
So oder so ähnlich könnten die Innenhöfe der Seestadt in Bregenz aussehen. Rendering: prisma
So oder so ähnlich könnten die Innenhöfe der Seestadt in Bregenz aussehen. Rendering: prisma

Rund um Messepark und Ikea tobt die Diskussion. Nur um die Seestadt ist es still.

Bregenz. (VN-sca) Am 19. Dezember 2014, nach Jahren des Abwägens, des Disputes, nach Bürgerbeteiligungsverfahren und Architekturwettbewerben, war es so weit. Die Projektbetreiber der Bregenzer Seestadt, Marcus Wild (53) namens der SES (Spar European Shopping Centers), und Bernhard Ölz (52) für den Projektentwickler Prisma, reichten die Pläne für das 120-Millionen-Euro-Projekt bei der Stadt Bregenz ein. Der Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart (56) als oberste Baubehörde brachte sogar seinen Eingangsstempel mit und nannte die Einreichung der Pläne „die richtige Weichenstellung, einen Meilenstein für die Stadt“.

Und auch der Baustart wurde bekannt gegeben. Man strebe den Beginn der Bauarbeiten für das Jahrhundertprojekt bis spätestens im Herbst 2015 an, denn das Center sollte rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft 2017 fertig sein. Obwohl ein früherer Start besser wäre, werden die Festspiele höchstwahrscheinlich nicht tangiert. „Wir wollen die Festspiele nicht stören“, so Prisma-Chef Ölz im Dezember.

Die wurden nicht gestört. Von einer Bautätigkeit ist bis heute nichts zu bemerken. Wahrscheinlich im Frühjahr, eher zum Sommerbeginn 2016 werde mit den Bauarbeiten begonnen, verschiebt Ölz im Gespräch mit den VN den Start nach hinten. Die Eröffnung wird demnach auch nicht zu Weihnachten 2017, sondern frühestens im Herbst 2018 stattfinden. Gerüchte, dass gar nicht gebaut wird, verweist er aber ins Land der Fantasie. Grund für die weitere Verzögerung: Die Behörden prüfen akribisch, so Ölz. Es mussten weitere Detailplanungen beigestellt werden. Auch die Bodenverhältnisse sind anspruchsvoller als angenommen, denn unter dem künftigen Großbau findet sich ein Keil aus Kies zwischen bzw. über betonharter Erde.

Die Kosten sollen dennoch nicht höher werden, man gehe weiterhin von den 120 Millionen Euro Gesamtkosten aus. Wenn die Behörde ihr O.k. gegeben hat, steht ein Bankenkorsortium Gewehr bei Fuß, das Brancheninformationen zufolge von der Hypo Vorarlberg geführt wird. Die „Hypo-Rent“ Leasing- und Beteiligungsgesellschaft mbH ist schließlich mit 20 Prozent an der Seestadt-Bregenz-Besitz- und Verwaltungsgesellschaft beteiligt.

Untätig sei man auch sonst nicht: Parallel zur Prüfung durch das Bauamt werden alle weiteren Planungen unddie Ausschreibungen vorangetrieben, damit es keine weiteren Verzögerungen gibt. Dass die Festspiele noch eine Saison ohne Umleitungen und Baulärm stattfinden, ist nicht ausgeschlossen. Schon jetzt ist die Projektdauer für Seestadt (und auch das Seequartier) rekordverdächtig.

Fakten zur Seestadt

» Seestadt (ohne Seequartier)

» Kosten: rund 100 Millionen Euro, mit Grundstück 120 Millionen Euro

» 14.000 m² Handels-, Dienstleistungs- und Gastronomieflächen

» 1500 m² Büroflächen

» 4000 m² mit 62 Mietwohnungen

» 1500 m² „Marktplatz“

» 570 Tiefgaragenplätze

» Umsetzung: PRISES Quartierentwicklung GmbH (50 % PRISMA Holding AG), 50 % SES GmbH