„Wenn wir Europäer mitreden wollen, müssen wir auch initiativ werden“

08.10.2015 • 16:05 Uhr / 9 Minuten Lesezeit
Sabine HaagGeneraldirektorin Kunst­historisches Museum WienSeit dem Studien-Abschluss arbeitet die Bregenzerin im KHM Wien, seit 2009 als Generaldirektorin. In der Öffentlichkeit zeigt sich Haag abseits des Kulturparketts eher zurückhaltend, auf dem Wirtschaftsforum erzählt sie über den Spagat zwischen Kunst und Wirtschaft und über ihr Bemühen, die Besucher auch für kleinste Kostbarkeiten zu begeistern.

Sabine Haag

Generaldirektorin Kunst­historisches Museum Wien

Seit dem Studien-Abschluss arbeitet die Bregenzerin im KHM Wien, seit 2009 als Generaldirektorin. In der Öffentlichkeit zeigt sich Haag abseits des Kulturparketts eher zurückhaltend, auf dem Wirtschaftsforum erzählt sie über den Spagat zwischen Kunst und Wirtschaft und über ihr Bemühen, die Besucher auch für kleinste Kostbarkeiten zu begeistern.

Außenminister Sebastian Kurz will jungen Unternehmern Mut machen und sieht Scheitern auch als Chance. 

SCHWARZACH. (VN-dh) Sebastian Kurz (ÖVP) gilt als großer Hoffnungsträger in der heimischen Polit-Landschaft. Mit seinen 29 Jahren genießt der Wiener aber auch international bereits große Reputation. Als offizieller Minister für die junge Generation steht Kurz als Symbol für die Zukunft. „Die Politik braucht heute andere Antworten als gestern“, lautet sein Credo, das er mit konsequenter Arbeit und dem Willen zur Gestaltung verbindet. Vor zwei Jahren zum jüngsten Außenminister Österreichs gekürt, sieht sich Kurz als Brückenbauer eines vereinten Europas, das alles daransetzen muss, um kein Kontinent mit viel Vergangenheit zu werden, sondern mit viel Zukunft, wo es nach wie vor Chancen für junge Menschen, Wirtschaftswachstum, Wohlstand und Lebensqualität gibt. „Das wird eine Riesenherausforderung für die nächsten Jahrzehnte.“ Nicht einfacher wird die Situation durch die Flüchtlingskrise, die – so ist Kurz überzeugt – nicht nur Deutschland und Österreich, sondern ganz Europa betrifft. Deshalb brauche es gesamteuropäische Lösungen. Dieser Tage führte er Gespräche mit Staatspräsidenten und Außenministern der betroffenen Region rund um Syrien sowie mit Vertretern der UNO und der Europäischen Union. Bereits im August legte Kurz, in dessen Ministeriumsbereich auch die Integration fällt, der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini einen Fünfpunkteplan vor. Wichtig sei etwa, dass Schutzzonen für Kriegsflüchtlinge eingerichtet werden und dass die Schengen-Außengrenzen der EU entsprechend kontrolliert werden.

Die Zukunft nicht verschlafen

Abseits der Flüchtlingsthematik, die zumindest medial derzeit alles beherrscht, dürfen Österreich und Europa die Veränderungen der Zukunft nicht verschlafen, warnt Kurz. Mit seinem Kenntnisstand als Außenminister treibt ihn die Sorge, dass wir Europäer wirtschaftlich nicht mehr über uns selbst bestimmen können: „Europa ist abhängig vom Gas aus Russland, vom Öl vom Golf und im digitalen Bereich von den USA. So hat Google in Europa einen Marktanteil von 93 Prozent und in Österreich von 95 Prozent. Facebook hat bei sozialen Medien einen Anteil von 91 Prozent.“ Laut Berechnungen werden sich in den nächsten beiden Jahrzehnten 47 Prozent der Berufe größtenteils digital automatisieren lassen. Das wird unsere ganze Arbeitswelt auf den Kopf stellen. „Wenn wir in die Welt schauen, dann merken wir, dass es viele Regionen gibt, die deutlich jünger sind als wir, die deutlich hungriger sind, wo deutlich mehr Wirtschaftswachstum stattfindet. Wir müssen deshalb mehr Ideen nach Österreich hereinbringen. Das Land braucht mehr junge Unternehmer, daher müssen wir ihnen Mut machen.“ Österreich könne dabei auch als Drehscheibe für Osteuropa werden. „Wenn wir Europäer mitreden, ja mitentscheiden wollen, dann müssen wir auch initiativ werden. Wir brauchen in diesem Sinne einen Kulturwandel. Wer hierzulande als Unternehmer anfangs scheitert, trägt sein Leben lang den Stempel des Versagers, der es ihm schwer macht, wieder auf die Beine zu kommen.“ Scheitern solle vielmehr – wie in den USA – als Chance gesehen werden. „Wir müssen weg von Missgunst und Schadenfreude, hin zu Mut und Pioniergeist. Unternehmerische Ideen brauchen mehr Spielraum.“

Das Ziel soll nicht mehr Pension heißen, sondern aktives Gestalten, Teilhaben an gesellschaftlichen Veränderungsprozessen, Empathie und Einsatz für visionäre Ziele. Inwiefern die Zuwanderung solche Veränderungen auslösen könne, hänge von der Integration ab. Die Kenntnis der Sprache habe dabei oberste Priorität. Generell sei die Sprachfrühförderung etwas, das in Österreich forciert werden muss. 22.800 Kinder haben hierzulande Sprachförderbedarf. Der Schlüssel für die Zukunft liegt in der Bildung, also im Erwerb von Qualifikationen.

Von der EU profitiert

Eine wirtschaftliche Zukunft kann es für den Jungminister nur im Rahmen des Projekts einer Europäischen Union geben. Gerade Österreich habe von der EU massiv profitiert. Sie biete zudem unfassbare Chancen, die wir nutzen sollten. Dass jedoch gerade die junge Generation zur Europäischen Union eine kritische Einstellung habe, liegt für Kurz daran, da sie noch mehr erwarten und auch nicht mit dem zufrieden  sind, was im Moment gerade vorhanden ist. Für ihn wäre es absolut falsch, wenn die jüngere Generation nicht so ticken würde. „Ich bin als jemand aufgewachsen, der die EU, den Euro, die Reisefreiheit, die Situation, dass es keinen Krieg gibt, als total selbstverständlich wahrgenommen hat. Da ist es meiner Meinung nach ein Vorrecht der Jungen, dass sie keinen Stillstand, sondern eine Weiterentwicklung erwarten.“ Die letzten Wochen und Monate haben jedoch gezeigt, zu welchen Leistungen die Österreicher fähig sind und welche Hilfsbereitschaft sie an den Tag legen. Noch im Juni 2015 ließ Kurz mit dem Vorschlag, Sozialgelder für EU-Ausländer einzuschränken, aufhorchen. Er will, dass man sich den Anspruch auf Sozialgeld erst erarbeitet, und außerdem wünscht er keine Zuwanderung in Sozialsysteme.

Der junge Metternich

Als jüngster Außenminister hat Sebastian Kurz bei seinem Amtsantritt auch über die Grenzen für Aufsehen gesorgt. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) bezeichnete ihn bei einem Besuch in Berlin gar als jungen Metternich. Der AHS-Absolvent, der sein Jusstudium (noch) nicht abgeschlossen hat, wagte sich auf ein internationales Parkett und steht seitdem auf Augenhöhe mit den Großen der Politik, denen er mit Eloquenz, jugendlichem Charme sowie unbändigem Elan begegnet. So forderte er etwa bei einer Rede am 28. April dieses Jahres vor der Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags bei der UNO in New York eine völlige Abschaffung aller Atomwaffen.

Wir müssen mehr Ideen nach Österreich hereinbringen.

Sebastian Kurz
Georg PölzlGeneraldirektor Österreichische Post AGGeorg Pölzl hat ein klares Ziel: Im Jahr 2020 soll die österreichische Post nicht nur weiterhin ein führendes Logistikunternehmen sein, sondern ein breites Portfolio digitaler Produkte und Services anbieten – mit zeitgemäßen Apps, maßgeschneiderten Online-Services und kundenfreundlichen SB-Lösungen führt Pölzl die Post in die Zukunft.

Georg Pölzl

Generaldirektor Österreichische Post AG

Georg Pölzl hat ein klares Ziel: Im Jahr 2020 soll die österreichische Post nicht nur weiterhin ein führendes Logistikunternehmen sein, sondern ein breites Portfolio digitaler Produkte und Services anbieten – mit zeitgemäßen Apps, maßgeschneiderten Online-Services und kundenfreundlichen SB-Lösungen führt Pölzl die Post in die Zukunft.

Monika BütlerProfessorin für Volkswirtschaftslehre an der HSGSie ist eine Frau, die sagt, was sie denkt – und ihre Stimme hat Gewicht. Monika Bütler ist Professorin an der Uni St. Gallen, sitzt im Bankrat der Schweizer Natio­nalbank und zählt zu den einflussreichsten Ökonomen. Auf ihrem Blog batz.ch fordert sie die Politik heraus und ist überzeugt, dass sich Sparen in der Schweiz nicht lohnt.

Monika Bütler

Professorin für Volkswirtschaftslehre an der HSG

Sie ist eine Frau, die sagt, was sie denkt – und ihre Stimme hat Gewicht. Monika Bütler ist Professorin an der Uni St. Gallen, sitzt im Bankrat der Schweizer Natio­nalbank und zählt zu den einflussreichsten Ökonomen. Auf ihrem Blog batz.ch fordert sie die Politik heraus und ist überzeugt, dass sich Sparen in der Schweiz nicht lohnt.

Rainer EsserGeschäftsführer ZEIT VerlagsgruppeRainer Esser hat das Unmögliche möglich gemacht. Er setzt sich voller Leidenschaft für Qualitätsjournalismus ein und hat es in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung geschafft, die Reichweite der Printausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT zu steigern. Rainer Esser weiß, wie man entgegen allen Prognosen ein Unternehmen zum Erfolg führt.

Rainer Esser

Geschäftsführer ZEIT
Verlagsgruppe

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Nico LummaCOO Next Media Accelerator, Blogger, Internet-ExperteNico Lumma zählt zu den renommiertesten deutschen Internet-Experten, bloggt auf lumma.de, schreibt eine Kolumne auf bild.de und war seit 1995 nicht mehr offline. Der studierte Politikwissenschafter kennt die digitalen Trends der Zukunft und gehört laut Wirtschaftswoche zu den 100 wichtigsten Internet-Köpfen Deutschlands.

Nico Lumma

COO Next Media Accelerator, Blogger, Internet-Experte

Nico Lumma zählt zu den renommiertesten deutschen Internet-Experten, bloggt auf lumma.de, schreibt eine Kolumne auf bild.de und war seit 1995 nicht mehr offline. Der studierte Politikwissenschafter kennt die digitalen Trends der Zukunft und gehört laut Wirtschaftswoche zu den 100 wichtigsten Internet-Köpfen Deutschlands.

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