„Daniel, willst du Millionär werden?“

16.10.2015 • 18:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Unternehmer Daniel Leeb gab den Schülern der HAK Feldkirch einen Einblick ins Unternehmertum. Foto: Stiplovsek
Unternehmer Daniel Leeb gab den Schülern der HAK Feldkirch einen Einblick ins Unternehmertum. Foto: Stiplovsek

Unternehmer Daniel Leeb gab HAK-Schülern einen Einblick in seinen beruflichen Alltag.

Feldkirch. (VN-reh) Schüler zwischen 15 und 16 Jahren, die eine Stunde lang gebannt zuhören und intensiv Fragen stellen. Auf den ersten Blick ungewöhnlich, aber das Interesse hatte einen Grund. Denn die Zweitklässler der HAK Feldkirch hatten sich einen Gast eingeladen, um sich Input in eigener Sache zu holen. Sie sind mit Lehrer Albert Brandstätter gerade dabei, eine Junior Company zu gründen. Dabei müssen sie unter realistischen Bedingungen ein Produkt entwickeln und verkaufen. Als Vorbereitung sahen sie sich den TV-Auftritt des Dornbirner Unternehmers Daniel Leeb (28) in der Puls-4-Sendung „2 Minuten 2 Millionen“ an, wo er Investoren überzeugte, in sein Produkt SeniTurn zu investieren. Die Schüler, begeistert von seinem innovativen Blinkersystem für Fahrradfahrer und Outdoor-Sportler, luden ihn kurzerhand in die Schule ein, um ihm ihre Fragen rund ums Gründen zu stellen.

Wieso nicht zur Bank?

Warum er für die Finanzierung seiner Idee nicht einfach zur Bank ging? Daniel Leeb hat nämlich als erster Vorarlberger über Crowdinvesting Geld eingesammelt. Dabei lukrierte er über 120.000 Euro. Auch die Investoren im TV glaubten an seine Idee und gaben ihm Geld für Firmenanteile. „Es ging mir nicht nur ums Geld“, sagt Leeb. „Durch die alternative Finanzierung konnte ich Menschen begeistern, die meine Idee weitertragen und mir wertvollen Input liefern.“ Viele Fragen der Schüler drehten sich auch um die Kehrseite des Unternehmertums. Wie er sich motivierte durchzuhalten oder ob er einen Plan B hatte, sollte sein Geschäft scheitern. „Für mich waren die Investoren die treibende Kraft zur Motivation“, sagt Leeb. An seine Idee habe er immer geglaubt. Auch wenn die Doppelbelastung (bis vor zwei Wochen arbeitete er noch in der IT-Abteilung bei Zumtobel) stressig war. Dafür sei er heute viel selbstsicherer. An Kritik wurde ebenfalls nicht gespart. Ob den Blinker denn überhaupt jemand tragen will, fragte eine Schülerin. Genauso wurde über die Vor- und Nachteile einer GmbH sowie den Ablauf eines Patentverfahrens diskutiert. Die Patente für SeniTurn laufen in Deutschland, der Schweiz und Österreich. „Dann könnte ich deine Entwicklung ja einfach in Schweden verkaufen“, so eine Schülerin selbstbewusst.

Tipps für die Schüler

Will der Unternehmer expandieren? „Wenn, dann über Lizenzgebühren.“ Ob er hofft, Millionär zu werden? „Wenn etwas dabei rausspringt, ist es nicht verkehrt.“ Schließlich hat der 28-Jährige viel Zeit und Geld in sein Produkt investiert. Die härteste Herausforderung war aber die Auseinandersetzung mit den rechtlichen Strukturen. „Gott sei Dank habe ich vorher nicht gewusst, was alles auf mich zukommt.“ Sein Tipp für die „Jungunternehmer“: Ohne Zeitplan geht es nicht. Und wer eine 40-Stunden-Wochemöchte, sollte sich besser nicht selbstständig machen.

Wie geht es weiter?

Seine in Vorarlberg produzierten Blinker kommen im Frühjahr 2016 in den Handel. Ein österreichischer Sporthändler und ein internationaler Elektronikkonzern werden SeniTurn verkaufen. Produziert werden 2000 Sets bestehend aus zwei Blinkern. 1000 sind vorverkauft. Aber Leeb bleibt nicht stehen. Mit seiner Entwicklungsfirma Senitec will er die Sensorik nicht nur in den Blinker, sondern künftig auch in Medizin und Textilien bringen.