Eine wichtige Säule des Standortes

18.10.2015 • 18:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei Betten Feurstein (im Bild: Christel Sohm-Feuerstein) in Dornbirn schätzen Kunden die Auswahl und den Service.
Bei Betten Feurstein (im Bild: Christel Sohm-Feuerstein) in Dornbirn schätzen Kunden die Auswahl und den Service.

Der Vorarlberger Handel behauptet sich mit gutem Angebot und Hilfe aus der Schweiz.

Schwarzach. (VN) Die unverhofften Mehrumsätze seit Jänner 2015, die dem Vorarlberger Handel von den Schweizer Kunden nach der Entscheidung der Schweizer Nationalbank, den Mindestwechselkurs aufzuheben, beschert wurden, waren für das laufende Jahr ein echter Umsatzbeschleuniger. Denn laut den aktuellen Zahlen der KMU Forschung Austria sind die Umsätze im vergangenen Jahr 2014 gegenüber 2013 im stationären Einzelhandel Vorarlbergs nominell geringfügig um 1,1 Prozent gestiegen. Real (unter Berücksichtigung der Preissteigerung im Einzelhandel) bedeutet das ein minimales Plus von 0,2 Prozent.

Österreichweit klagt die Branche allerdings über ein Minus. Inflationsbereinigt sanken die Umsätze selbst unter Berücksichtigung des dynamischen Onlinegeschäfts um 0,5 Prozent. Absolut liegt der stationäre Einzelhandels­umsatz 2014 in Vorarlberg bei rund 2,4 Milliarden Euro, österreichweit bei rund 55,4 Milliarden Euro.

Über dem Schnitt

Die Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg zur 2014er Bilanz: „Damit hat sich Vorarlberg über dem Österreich-Schnitt entwickelt und führt zusammen mit Salzburg heuer das fünfte Jahr in Folge die Zuwachsraten an.“ Konkret: 48 Prozent der Vorarlberger Einzelhandelsgeschäfte erzielten 2014 ein nominelles Umsatzplus, 16 Prozent meldeten Erlöse auf dem Niveau des Vorjahrs, während 36 Prozent ein Umsatzminus hinnehmen mussten.

Mehr Mitarbeiter

Höher war die Steigerung in einem anderen Bereich. Im vergangenen Jahr beschäftigte der Vorarlberger Einzelhandel im Durchschnitt rund 14.000 Mitarbeiter. Das entspricht einem Anstieg von 1,2 Prozent gegenüber 2013 und bedeutet das fünfte Jahr in Folge eine Steigerung der Beschäftigten. Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung des Einzelhandels als stabiler Arbeitgeber in der gesamten Region.

Die KMU Forschung Austria analysierte auch die Branchen. Sieger waren einmal mehr Drogerie- und Parfümeriegeschäfte mit realen Umsatzzuwächsen von 4,5 Prozent. Auch Elektrohändler (+2,7 Prozent) sowie Uhren- und Schmuckgeschäfte (+2,9 Prozent) zählten zu den Gewinnern. Ein leichtes reales Plus ging sich auch in der Bekleidungsbranche (+1,0 Prozent) aus.

Schwieriges Geschäft

Alle anderen Branchen erzielten reale Umsatzrückgänge, am höchsten waren sie im Sportartikelhandel (–2,5 Prozent). Umsatzeinbußen gab es außerdem im Möbelhandel (–1,9 Prozent), Bau- und Heimwerkerhandel (–1,7 Prozent) sowie im Lebensmittelhandel (–1,3 Prozent).

Die ganze Welt des Genusses bietet in Schruns die Vinothek Jenny. Viele Kunden fahren dafür extra ins Montafon.
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Das Geschäft von Theresia Hirschbrühl lockt Kunden mit Handarbeiten, Kurzwaren und Dekoartikeln.  Fotos: VN/Scalet
Das Geschäft von Theresia Hirschbrühl lockt Kunden mit Handarbeiten, Kurzwaren und Dekoartikeln. Fotos: VN/Scalet