Vorarlberger Spezialitäten im Lebensmittelmarkt der Welt

18.10.2015 • 20:15 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Am Stand der Vorarlberg Milch freute man sich über Interesse aus Skandinavien. FotoS: Firmen
Am Stand der Vorarlberg Milch freute man sich über Interesse aus Skandinavien. FotoS: Firmen

Bei der größten Lebensmittelmesse der Welt, der Anuga, standen Vorarlberger Produkte in der Auslage.

Schwarzach, Köln. (VN-sca) Alle zwei Jahre zieht es Lebensmittelhersteller aus der ganzen Welt nach Köln. Auch aus Vorarlberg setzen sich die Marketer und Verkaufsleiter sowohl der großen industriellen Hersteller wie auch kleine Anbieter mit ihren Innovationen, mit Klassikern und großer Hoffnung auf neue Geschäfte Richtung Norden in Bewegung.

Größte Fachmesse

Die Anuga, die allgemeine Nahrungs- und Genussmittelausstellung, ist die größte Lebensmittelfachmesse der Welt. Vergangene Woche probierten sich rund 160.000 Besucher aus 192 Ländern durch die Kölner Messehallen. 7000 Aussteller aus 108 Ländern hofften darauf, dass ihren Produkten die entsprechende Aufmerksamkeit zuteil werde. Darauf hofften auch die neun Vorarlberger Firmen, die den Riesenmarktplatz nutzten.

Ein Vorarlberger jubelt schon vor der Auswertung der Händlerkontakte über die internationale Leitmesse der Lebensmittelwirtschaft. Der mit 12.000 Euro dotierte Preis „Koch des Jahres“ wurde an den 32-jährigen Küchenchef des Hotel Tennerhof in Kitzbühel, den Bregenzer Stefan Lenz, verliehen (die VN berichteten). Mit der Auszeichnung wird Lenz für seine herausragenden Leistungen im Wettbewerb der Spitzengastronomie geehrt.

Aber auch die Vorarlberger Aussteller ziehen allesamt eine postive Bilanz. „Wir konnten auch dieses Jahr die Anuga wieder als ideale Plattform nützen, Ölz als Unternehmen und Marke dem deutschen Handel zu präsentieren und zudem neue internationale Kontakte zu knüpfen“, resümiert Daniela Kapelari-Langebner, Geschäftsführerin Marketing & Vertrieb beim Meisterbäcker Ölz. Ein sehr gutes Echo habe es für die neuen Milchbrötle gegeben, so Kapelari-Langebner.

Raimund Wachter, Chef der Vorarlberg Milch, hatte heuer ein besonderes Auge auf die Wunschmärkte Benelux und Skandinavien. Er kehrte mit zahlreichen Kundenkontakten zurück, die jetzt bearbeitet werden müssen. Das regionale Konzept der Vorarlberger Genossenschaft sei auf großes Interesse gestoßen: „Das Feedback war toll.“

Teilnahme ein Muss

Bis Köln hätte er nicht fahren müssen, um beim größten Käseproduzenten Österreichs vorbeizuschauen. Rupp war aber natürlich mit seinen Marken ebenfalls auf der Lebensmittelmesse. „Ein Muss für uns“, so Verkaufsleiter Christoph Abbrederis. „Für uns ist das eine der wichtigsten Messen überhaupt.“ Die Messe ist Treffpunkt mit bestehenden Kunden, ein Ziel sei es aber natürlich, neue Kunden zu aquirieren. Aus Asien, dem Mittleren Osten und Europa kamen die Besucher, die sich nun überlegen, Rupp Käse in ihre Länder zu importieren.

Mehr Export

„Unsere Kaffeekapseln sind sehr gut angekommen“, freut sich Florian Amann vom gleichnamigen Vorarlberger Kaffeeröster. Die kleine Rösterei ist bereits zum sechsten Mal auf der Messe vertreten. Ziel der Kaffeerösterei: Mehr Export. Und das gelinge auch. „Besonders Einzelhändler mit hohem Qualitätsbewusstsein interessieren sich für unseren Kaffee“, berichtet Amann.

„Pure Tea“ wiederum war der Renner am Messestand des Lauteracher Fruchtsaft- und Eistee-Herstellers Pfanner, der bereits seit über 40 Jahren auf der Messe ausstellt. „Für uns ist die Messe eine gute Möglichkeit, unsere Kunden direkt von Angesicht zu Angesicht zu treffen“, sagt Pfanner-Marketingchefin Marie-Luise Dietrich.

Rauch-Unternehmenssprecher Daniel Wüstner ist nach anstrengenden Messetagen positiv gestimmt. „Besonders begeistert waren unsere Kunden von den neuen Produkten, wie beispielsweise der Rauch Karaffe.“ Ein Wermutstropfen seien aber die aufgrund der extremen Witterungsbedingungen des Sommers zu erwartenden Preissteigerungen auf den Rohwarenmärkten für 2016, gibt Wüstner zu bedenken.

Ein Container Upsynth

Gleich einen ganzen Container Upsynth verkaufte Christian Greber, der mit seinen beiden Unternehmen Upsynth und Furore die internationale Kundschaft bezirzte und mit neuem Design auf den großen Durchbruch mit der Kult-Spirituose hofft, direkt am Stand an einen japanischen Kunden.

Mehr als 200 neue Kontakte zählte Lebensmittelhändler Werner Gunz: „Die Messe war unsere wichtigste und erfolgreichste 2015. Mit mehr als 200 m2 waren wir von der Fläche her groß präsent. Die Stimmung war sehr gut.“

Die Stimmung der Vorarlberger Aussteller wird vom Veranstalter bestätigt. „Die Anuga 2015 hat unsere Erwartungen übertroffen. Das hohe Interesse von Ausstellern und Besuchern aus dem In- und Ausland ist beeindruckend“, stellt Friedhelm Dornseifer, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) hoch zufrieden fest.

GF Kapelari-Langebner, Doris Wendel, Marketing auf der Anuga.
GF Kapelari-Langebner, Doris Wendel, Marketing auf der Anuga.
Rauch konnte mit neuen Premiumgetränken punkten. 
Rauch konnte mit neuen Premiumgetränken punkten. 

Stichwort

Die Anuga in Zahlen. An der Anuga 2015 in Köln beteiligten sich 7063 Unternehmen aus 108 Ländern auf einer Bruttoausstellungsfläche von 284.000 Quadratmetern. Darunter befanden sich 769 Aussteller aus Deutschland sowie 6294 Aussteller aus dem Ausland, darunter neun Vorarlberger Firmen (mit dem Weltkonzern Mondelez Suchard zehn). Der Auslandsanteil betrug 89 Prozent. Zur Anuga 2015 kamen rund 160.000 Fachbesucher aus 192 Ländern, der Auslandsanteil lag bei 68 Prozent. Die Messe findet alle zwei Jahre statt.