bauMax dreht Licht ab, Obi macht es wieder an

Markt / 30.10.2015 • 20:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Aus und vorbei. Der Dornbirner Baumax wird mit neuem Namen und Sortiment bald wieder öffnen. VN/Steurer
Aus und vorbei. Der Dornbirner Baumax wird mit neuem Namen und Sortiment bald wieder öffnen. VN/Steurer

Baumax ist Geschichte, die Vorarlberger Standorte werden nun von Obi neu ausgerichtet. 

Klosterneuburg, Schwarzach. (VN) Die Schranken versperren den Weg, das Telefon ist tot, der Mega-Baumax in Dornbirn leer. Bei der Baumarktkette wurden die Lichter abgedreht, die Vorarlberger Märkte eröffnen unter dem Namen Obi mit neuem Sortiment zeitnah wieder die Pforten. Die 126 Arbeitsplätze in Vorarlberg bleiben erhalten, wie die VN bereits berichteten.  Die Märkte sollen auch nicht in absehbarer Zeit geschlossen werden.

Erfolgreicher Abverkauf

Sieben österreichische Filialen hatten nicht so viel Glück wie die Vorarlberger, sie fanden keinen Abnehmer. Den rund 300 Beschäftigten in diesen Märkten droht ebenso der Jobverlust wie den etwa 300 Arbeitnehmern in der Zentrale in Klosterneuburg sowie den rund 100 Angestellten im Logistikzentrum. Der vormalige Konkurrent Obi übernimmt 48 der 65 Märkte in Österreich, alle 14 Standorte in der Slowakei, beide Standorte in Slowenien und vier von 24 Märkten in Tschechien. In den vergangenen Wochen haben Schnäppchenjäger die Baumax-Märkte gestürmt. Ob Armaturen, Duschköpfe und Lampen, viele Heimwerker deckten sich mit Ersatz ein. Auch um die Arbeitsbekleidung der Mitarbeiter rissen sich die Kunden. Der Komplettabverkauf des bauMax-Sortiments ist ein Wunsch des neuen Eigentümers. Obi, so heißt es, wolle leere Märkte. Ohne Risiko ist der Schlussverkauf aber nicht. In der Branche wird befürchtet, dass der Absatz durch günstige Preise künstlich in die Höhe getrieben wurde und die Konsumenten sich teilweise für die nächsten Jahre eingedeckt haben. Abgewickelt wurde der Abverkauf vom US-Dienstleister Gordon Brothers, der auch schon die Praktiker-Märkte nach der Pleite der deutschen Heimwerkerkette leer räumte.

Märkte werden ausgeräumt

Alles, was jetzt noch in den Märkten lagert, geht an spezialisierte Firmen. So hat etwa der oberösterreichische Betriebsverwerter Lehner die komplette Betriebsausstattung von zehn Märkten übernommen. Dazu zählen u. a. 60 Hubstapler und Hebebühnen, 13.000 Laufmeter Regale, 3000 Einkaufswagen, Holzbearbeitungsmaschinen und Büroeinrichtung. Insgesamt sollen laut Lehner bis Ende November 150.000 Quadratmeter Fläche geräumt und verwertet werden – was 280 Sattelschleppern voll Material entspricht.