„Eine Ortsentwicklung bedeutet Erweiterung und nicht Verdrängung“

Markt / 30.10.2015 • 20:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prisma-Vorstand Bernhard Ölz kauft auch selber immer wieder gerne am Garnmarkt ein. Foto: VN/Stiplovsek
Prisma-Vorstand Bernhard Ölz kauft auch selber immer wieder gerne am Garnmarkt ein. Foto: VN/Stiplovsek

Prisma-Vorstand Bernhard Ölz über die Nachhaltigkeit von
Projekten wie dem Götzner Garnmarkt.

Interview. (cro) Die Vision eine urbanen Einkaufsstraße in Götzis zu schaffen hat Prisma-Vorstand Bernhard Ölz mit Bravour verwirklicht. Im VN-Interview erklärt er die besonderen Herausforderungen des Projektes.

Was war Ihr erster Gedanke, als Sie erfuhren, dass im Zentrum von Götzis 40.000 Quadratmeter Fläche gestaltet werden sollen?

Ölz: Das wird eine große Herausforderung.

Worin lag die Herausforderung für Sie?

Ölz: Im Zusammenspiel der Nutzungen. Mein Ziel war es, ein ausgewogenes und verträglich aufeinander abgestimmtes Angebot an Wirtschafts- und Servicedienstleistungen, Einzelhandel, Nahversorgung, Wohnraum sowie Freizeit- und Gastronomieeinrichtungen zu erreichen. Ich habe mir also immer wieder die Frage gestellt, was ist verträglich und wie viel. Hinzu kommt, dass Ortsentwicklung eine Erweiterung des bestehenden Angebotes bedeutet und keine Verdrängung. Mir ist es persönlich ein Anliegen, Entwicklungen mitzugestalten, aber ich will dabei etwas Sinnvolles bewegen. Das ist auch der Kern meiner Prisma-Unternehmensstrategie. Wir setzen bei unseren Projekten auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit.

Was macht „Am Garnmarkt“ nachhaltig?

Ölz: Der Betrieb ist die große Herausforderung, denn er sollte langfristig funktionieren. Das muss bereits bei der Planung und beim Bau bedacht werden. Nur dann kann ein Gebäude auch multifunktional sein. Ich stelle mir dabei immer die alten Stadthäuser vor, die sowohl als Wohnraum wie auch als Büro funktionieren. Auch ich kann schließlich nicht voraussagen, was in zehn oder zwanzig Jahren ist. Die Zeit danach ist aber auch spannend, weil eine Marke etabliert werden muss und weil das Konzept ständig weiterentwickelt werden muss, damit es auch funktioniert. Ich halte daher immer alles auch schriftlich fest und vergleiche es Jahre später wieder. Auch zum Garnmarkt haben wir Studien gemacht, und heute wissen wir, dass das Projekt viel besser funktioniert und viel belebter ist, als wir geglaubt haben.

Kaufen auch Sie hier am Garnmarkt ein?

Ölz: Ich muss zugeben, dass ich manchmal eigens hierher fahre, weil ich den Eurospar als sehr angenehm empfinde. Außerdem kaufe ich auch gerne bei Sport Berchtold ein. Vor zwei Jahren habe ich dort meine Tourenski erworben.