Hausaufgaben machen

Markt / 02.11.2015 • 22:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Lebensmittelindustrie ist mit der aktuellen Lage zufrieden, fürchtet aber weniger Aufträge in sechs Monaten. Symbolfoto: Ölz
Die Lebensmittelindustrie ist mit der aktuellen Lage zufrieden, fürchtet aber weniger Aufträge in sechs Monaten. Symbolfoto: Ölz

Gute Auftragslage in der Vorarlberger Industrie, doch Warnung an die Politik. 

Lustenau. (VN-sca) Als „zurückhaltend zuversichtlich“ könnte man die Stimmung in der Vorarlberger Industrie beschreiben, wenn man die am Montag veröffentlichte Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung (IV) und der Sparte Industrie in der WKV analysiert.

IV-Geschäftsführer Mathias Burtscher warnt aber im gleichen Atemzug: „Wir befinden uns nach wie vor auf einem guten Niveau, aber der Anstieg der letzten Quartale hat sich nicht fortgesetzt. Wichtiger denn je sind
nun weitere Reformmaßnahmen, Entlastungen für Mitarbeiter und Unternehmen und ein Belastungsstopp für
Unternehmen auf allen Ebenen“, formuliert er die Wünsche der befragten 46 Vorarlberger Unternehmen, die 21.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Sorgen machen den Unternehmen auch die Erwartungen der Verkaufspreise innerhalb der nächsten drei Monate. 13 Prozent der Befragten erwarten zwar steigende Verkaufspreise, dem stehen aber mehr als doppelt so viele Befragte (28 %) gegenüber, die weiterhin fallende Preise erwarten.

Die Branchen  im Detail

» Die Maschinen- und Metallindustrie ist der zentrale Faktor bei der aktuellen Konjunktur. Trotz leichtem Minus in den Drei-Monats-Prognosen überwiegen die derzeit gute Geschäftslage (Saldo zwischen guter und schlechter Einschätzung: 74%) und die aktuellen Auftragsbestände (77%) sowie die Auslandsaufträge (88%). Die Hälfte der Firmen plant eine Aufstockung der Beschäftigten, 13 Prozent gehen von einem Sinken des Mitarbeiterstandes aus.

» Die Nahrungs- und Genussmittelindustrie beurteilt die aktuelle Geschäftslage positiv (Saldo 83%). Die Verkaufspreise werden nicht so stark wie in anderen Branchen als Hemmschuh betrachtet (49%), mittelfristig erwartet man sich einen Anstieg des Beschäftigtenstandes (28%). Ebenfalls mittelfristig trüben die schlechten Erwartungen der Geschäftslage in sechs Monaten (-53%) und der Ertragssituation in sechs Monaten (-31%) das Bild.

» Die Textilindustrie freut sich über leicht steigende Auftragsbestände (Saldo von 0% auf 18% im Vergleich zum letzten Quartal) und Auslandsaufträge (von -8% auf +18%). Bei den Verkaufspreisen, bei der Beschäftigung und der Geschäftslage in sechs Monate erwartet man keine Ausreißer.

» Die Elektro- und Elektronikindustrie schätzt die Geschäftslage (52%), Auftragsbestand (52%) und Auslandsaufträge (51%) zwar rückläufig ein, aber noch auf gutem Niveau. Die Einschätzung der Lage in sechs Monaten  (Anstieg von 4% auf 37%) ist positiv, bei der Beschäftigung gehen 96 Prozent von einer stabilen Entwicklung aus.

Wichtiger denn je sind für den Standort Reformen.

Mathias Burtscher