Vorbild bei Qualität und Regionalität

02.11.2015 • 17:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Dorfladen in Düns spielt eine wichtige Rolle in der Nahversorgung der Gemeinde. Foto: VN/Hartinger
Der Dorfladen in Düns spielt eine wichtige Rolle in der Nahversorgung der Gemeinde. Foto: VN/Hartinger

Rund 200 Vollsortimenter und viele Spezialisten sorgen für ein Luxusangebot an Waren in Vorarlberg.

Schwarzach. (dh) Im Vergleich zu anderen Bundesländern befinden sich die Konsumenten in Vorarlberg lebensmitteltechnisch in einem Schlaraffenland. „Aktuell bestehen 201 Lebensmittel-Vollsortimenter mit einer Verkaufsfläche von 105.965 Quadratmetern. Das ist gegenüber 2014 ein Plus von drei Geschäften bzw. rund 900 Quadratmetern Fläche“, liest Fachgruppenobmann Franz-Josef Gächter aus der jüngsten Strukturerhebung, die der Vorarlberger Lebensmittelhandel einmal jährlich durchführt. Was die Frische, Regionalität und Qualität betrifft, hat das Ländle eine Auswahl zu bieten, die ihresgleichen sucht. Es gibt praktisch kein Lebensmittelgeschäft, das nicht ein entsprechendes Sortiment führt.

Gesamtfläche verdoppelt

Aber auch was die Ausstattung der Läden angeht, ist Vorarlberg vorbildlich. Im Vierländereck ist der Wettbewerb groß, die Konsumenten schauen einerseits auf den Preis, andererseits aber auch auf das Warensortiment. Dass die Geschäfte heute nur noch mit großen Verkaufsflächen punkten können, zeigt  ein Blick in die Statistik. Denn innerhalb von 40 Jahren wurde die Gesamtfläche verdoppelt, obwohl sich die Anzahl der Geschäfte halbiert hat. Am häufigsten sind Flächen zwischen 400 und 500 Quadratmetern anzutreffen.

Im Gegentrend dazu stehen die vielen kleinen Spezialisten und Nahversorger, die neben den rund 200 Vollsortimentern das Angebot bereichern. Vor allem kleinere Gemeinden haben die Wichtigkeit eines lebendigen Ortskerns erkannt. Und dazu gehört auch, dass mehr als nur eine vergessene Milch oder Brot gekauft werden kann.

In einzelnen Kommunen sind etwa Konsumvereine aktiv. Denn für die Nahversorgung kleiner Gemeinden oder Ortsteile liegt die Lösung oft in neuen Ideen, in starker Eigeninitiative der Betroffenen und in der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit.  „Wenn die Bevölkerung wirklich zu ihrem Dorfladen steht und dort einkauft, dann funktioniert die Nahversorgung“, erklärt etwa Kaufmann Wolfgang Beer, Nahversorger aus Riefensberg.

„Regale leergekauft“

Wie wichtig der Laden im Dorf sein kann, zeigt ein Beispiel aus Düns. Als die 380 Einwohner zählende Gemeinde im August 2005 wegen des Hochwassers für ein paar Tage von der Außenwelt abgeschnitten war, waren alle Bewohner froh, dass es im Ort noch ein Lebensmittelgeschäft gab. „Die Regale waren leergekauft. Uns allen wurde bewusst, wie wichtig ein eigener Nahversorger im Dorf ist“, so Altbürgermeister Ludwig Mähr im Rückblick.

Dennoch gibt es im Land mit Eichenberg, Möggers, Reuthe, Dünserberg, Fraxern, Röns, Lorüns, Stallehr und St. Anton neun Gemeinden, die über gar keinen Lebensmittelladen verfügen. Damit sind derzeit in Vorarlberg knapp 4000 Personen überhaupt ohne Lebensmittelgeschäft im Ort.