Dritter Erfolgslauf angepeilt

05.11.2015 • 21:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Finanzchef Günter Hagspiel und Wintersportchef Klaus Hotter im VN-Gespräch. Foto: VN/Hofmeister
Finanzchef Günter Hagspiel und Wintersportchef Klaus Hotter im VN-Gespräch. Foto: VN/Hofmeister

Head mit Wachstum in allen Bereichen. Umsatz 2014 soll heuer übertroffen werden.

Kennelbach. Für den Ski- und Sportartikelhersteller Head läuft es gut. Nachdem bereits die letzten beiden Umsatzjahre quer durch alle Bereiche sehr erfolgreich für das Unternehmen waren, verspricht auch das dritte in Folge gute Zahlen. „Das Geschäft entwickelt sich sehr gut“, betont Head-Finanzchef Günter Hagspiel im VN-Gespräch. Wachstum gebe es derzeit in allen vier Geschäftsbereichen Wintersport, Tennis, Tauchsport und Sportswear, man sehe also einem erfolgreichen Jahr entgegen. 2014 betrug der Umsatz 375,4 Millionen Euro. Dieses Ergebnis werde man heuer übertreffen, sagt Hagspiel, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Denn seit dem Abgang von der Börse werden auch keine Quartalberichte mehr veröffentlicht. Ein Grund für den Erfolg sind die erfolgreichen Athleten. Die Sport-Aushängeschilder, die mit Head-Equipment ausgerüstet sind, sind führend unterwegs. „Das hilft uns beim Absatz“, sagt Hagspiel.

In die Wintersaison ist man bei Head ebenfalls erfolgreich gestartet. Und das, obwohl es wegen der vergangenen Saison, die in Europa aufgrund des verspäteten Schneefalls nicht so gut lief, im Vorfeld gewisse Sorgen wegen den Bestellungen gab. Vor allem der Einzelhandel litt unter einem schwachen Geschäft. Für ihn war die Saison nicht das, was man sich erwartet hatte. Weltweit wurde um drei Prozent beziehungsweise 100.000 Ski weniger eingekauft.

Sorgen unbegründet

Die Sorgen waren letztlich jedoch unbegründet. Head-Wintersportchef Klaus Hotter ist zufrieden. Die Märkte in Europa, mit Ausnahme der Schweiz und Frankreich, konnten sich gegenüber dem Vorjahr halten beziehungsweise leicht steigern. In Nordamerika konnte Head deutlich dazugewinnen. „Von den USA und Kanada kommt das Hauptwachstum“, sagt Hotter. In Japan stagnieren indes die Aufträge – allerdings auf einem sehr niedrigen Niveau. Hauptgrund ist die dortige Überalterung der Gesellschaft. Jetzt im November ist die Wintersaison für den Sportartikelhersteller eigentlich schon gelaufen. 95 Prozent der Aufträge sind bereits im Haus, damit liege man über dem langjährigen Durchschnitt. Aktuell laufen schon die Nachbestellungen. Der Snowboard-Markt ist insgesamt zwar rückläufig, für Head entwickelt sich der Bereich jedoch nicht schlecht. Zugute kommt dem Unternehmen dabei die Tatsache, dass es bei den Boards einen Trend zum Verleih gibt, und dort ist man gut im Geschäft. Der Tourenski entwickelt sich als Verkaufsartikel positiv. „Hier liegt aber nicht unser Hauptfokus, weil es viele Anbieter gibt. Unsere Hauptstärke bleibt der Alpin-Ski“, sagt Hotter. Das werde auch vom Handel so gesehen und man wolle sich deshalb auch nicht verzetteln. Denn auch während Tourengehen hierzulande ein Trend ist, ist es das in anderen Ländern wiederum gar nicht. Weltweit macht diese Nische nur rund sechs Prozent am Gesamt-Skimarkt aus.

Bei der Sportswear ist die Lage zweigeteilt. Während sich die Tennisbekleidung mit Wachstumsraten von 40 bis 50 Prozent sehr gut entwickelt, ist die Winterbekleidung aufgrund der vielen Anbieter eine Herausforderung für Head. Man suche hier derzeit die eigene Identität.

45 neue Jobs

Wegen der guten Entwicklung des Unternehmens wurde übrigens auch der Beschäftigtenstand in Vorarlberg (Standorte in Kennelbach und Klaus) kräftig aufgestockt. In den letzten drei Jahren wurden 45 neue Jobs geschaffen, das entspricht einem Zuwachs von 15 Prozent auf nun 345 Mitarbeiter.

Skistar und Head-Fahrer Ted Ligety sorgte beim ersten Rennen in Sölden für einen Auftakt nach Maß. Foto: APA
Skistar und Head-Fahrer Ted Ligety sorgte beim ersten Rennen in Sölden für einen Auftakt nach Maß. Foto: APA