Abgefahrene Erfindung

Markt / 06.11.2015 • 22:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dieter Blessing mit seinem „Snowbreaker“. Foto: VN/Hartinger
Dieter Blessing mit seinem „Snowbreaker“. Foto: VN/Hartinger

Dieter Blessing konstruierte einen Alpinschlitten speziell für Schneeschuhwanderer.

Schwarzach. (VN-mm) Die Idee kam Dieter Blessing während einer Skitour am Portlerhorn in Damüls, wo er immer wieder zahlreiche Schneeschuhwanderer beobachtete. Seine Einschätzung: „Wer im Schnee auf einen Berg steigt, hat das natürliche Bedürfnis, ins Tal abzufahren.“ Stimmt, mit Schneeschuhen abzusteigen, kann mitunter mühsam sein. Deshalb setzte sich der 62-jährige Konstanzer an sein Reißbrett und tüftelte an einem Sportgerät, das auch Schneeschuhwanderern das Vergnügen einer Abfahrt im freien Gelände beschert. Herausgekommen ist ein Schlitten, dem kein Hang zu steil und kein Schnee zu schlecht ist. An diesem Wochenende (Samstag, 7. November, und Sonntag 8. November) stellt der findige Ingenieur den Schlitten Marke Eigenbau auf der Alpinmesse in Innsbruck vor.

Hightech statt Holz

Wenn er nicht gerade für die Automobilindustrie beruflich auf Achse ist, schraubt Dieter Blessing seine „Snowbreaker“ zusammen. Rund fünf Jahre hat es vom Prototyp aus Holz zur heutigen High-tech-Version gedauert. Seinen ersten Versuch startete Blessing mit einem einfachen Holzschlitten. An den Haltebügeln befestigte er links und rechts Metallstäbe, die den Füßen den nötigen Halt beim Bremsen geben sollten. Doch die Konstruktion erwies sich als gänzlich untauglich. Darauf würde mit Sicherheit niemand abfahren. Also experimentierte er mit anderen Materialien weiter. „Der Schlitten sollte nicht zu schwer und gut zu handhaben sein“, erklärt Dieter Blessing die Vorgaben, die ihn damals beschäftigten. Inzwischen hat er alle bergtauglich umgesetzt.

Der Schlitten besteht aus Werkstoffen wie Karbon und Glasfasern sowie Elementen, die sein Erfinder allesamt in Europa fertigen lässt. Mit 7,7 Kilo ist der „Snowbreaker“ zudem ein echtes Leichtgewicht. „Er kann vom Schneeschuhwanderer an einem Seil gezogen oder mit Hilfe einer speziellen Schlittenkraxe getragen werden“, sagt Blessing und zeigt, wie es funktioniert. Kurz gesagt: gut. Abfahrten sind in Steilhängen bis 35 Grad möglich. Die drehbar gelagerten Bremsen sind bis Schuhgröße 47 ausgelegt, sprechen auf Fersendruck an und dienen gleichzeitig zum Steuern. In sehr steilem Gelände unterstützt ein Hilfsseil die Geschwindigkeitskontrolle.

Das will gelernt sein

Das Kurvenfahren will allerdings gelernt sein. Auch das verhehlt Dieter Blessing nicht. Denn bei Abfahrten im freien Skiraum gibt das Gelände die Richtung vor und nicht der Mensch. Blessing selbst testet seine Schlitten übrigens am liebsten beim Haldenlift in Schwarzenberg. „Dort gibt es eine tolle Piste“, merkt er mit einem Augenzwinkern an.  Aber auch Abfahrten im hochalpinen Gelände haben die „Snowbreaker“ schon mit Bravour gemeistert.

Weitere Informationen:
www.snow-braker.com