Mit 50 Millionen in den Winter

Markt / 10.11.2015 • 22:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Vorarlbergs Seilbahnen nach 130 Mill. Umsatz optimistisch. Stand bei Ländle Card „nicht befriedigend“.

Bregenz. (VN-reh) 390.294 Personen können alle Vorarlberger Seilbahnen zusammen pro Stunde transportieren. In der vergangenen Wintersaison kamen insgesamt 60 Millionen Fahrten zusammen, um zwei Millionen mehr als noch im Winter zuvor. Ein Grund war die gute Schneelage. Denn obwohl der Schnee etwas spät kam, kam er letztlich reichlich, auch in den tiefer gelegenen Skigebieten. „Auffallend ist auch, dass aus den anderen Bundesländern, aus Deutschland und der Schweiz mehr Tagesgäste nach Vorarlberg kamen“, informieren Seilbahn-Fachgruppenobmann Wolfgang Beck und Geschäftsführer Michael Tagwerker. Die Entwicklung spiegelt sich in der Anzahl der Skitage wider, die von 5,5 auf 5,7 Millionen gesteigert werden konnte. Gewachsen ist im letzten Winter auch der Umsatz, um drei Prozent auf 130 Millionen Euro. Der Optimismus bei Vorarlbergs Seilbahnbetreibern ist deshalb auch für die anstehende Wintersaison groß.

Hohe Investitionen

Entsprechend vorgesorgt hat man in den Skigebieten bereits. 50 Millionen Euro und damit 35 Prozent ihres Umsatzes haben die Seilbahnbetriebe in neue Liftanlagen, Pistenoptimierungen, Gastronomie, Sicherheit und Umweltschutz investiert, drei Millionen mehr als in der vergangenen Saison. Die größten Seilbahnprojekte sind dabei die neue Mellaubahn und die Trittkopfbahn in Zürs, die zusammen auf eine Investitionssumme von über 27 Millionen Euro kommen. Zudem gibt es diesen Winter um 150 Schneekanonen mehr.

Preise in der Kritik

Die Kritik an den Skikartenpreisen zu Beginn der Saison sieht Beck mittlerweile gelassen. „Viele sagen, die reine Beförderung kann ja nicht so viel kosten. Aber dahinter steckt noch eine Vielzahl an Leistungen“, betont er. 1000 Pistenkilometer müssen täglich präpariert, die 319 Liftanlagen gewartet und erneuert werden. Dazu kommen die Kosten für die Beschneiung und für den Lawinenschutz.

Offizieller Saisonstart bei den Skiliften ist der 5. Dezember. Auch wenn momentan eher Strandbadwetter herrsche, habe man noch genügend Zeit, sagt Beck. Für eine Grundbeschneiung brauche man vier bis fünf Tage. Dass es die Ländle Card nicht für alle Skigebiete in Vorarlberg gibt, sei schade. Aber man habe hier als Fachgruppe keine Entscheidungskompetenz. Man könne nur den Vermittler spielen. „Der aktuelle Stand ist unbefriedigend. Wir werden das Thema jedoch nicht einschlafen lassen“, verspricht er.

Wertschöpfung 500 Millionen

Laut Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung bringen die Seilbahnen für Vorarlberg übrigens 500 Millionen Euro an Wertschöpfung, denn wer eine Seilbahn benutzt, übernachtet oft in der Region, nimmt eine Skischule in Anspruch, geht essen oder kauft Souvenirs. Genauso profitieren Bauunternehmen, Dienstleister oder Lieferanten. Diese statistischen Daten sollen im heurigen Winter noch detallierter eruiert werden. Marktforscher Wolfram Auer ist damit beauftragt, aufzulisten, wie viel jeder investierte Euro der Region tatsächlich bringt.