Mit besonderer Auswahl begeistern

Markt / 13.11.2015 • 19:03 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Werner und Arno Riedmann befüllen das Kühlregal mit frisch zubereiteten Menüs, die zu Hause nur noch gewärmt werden müssen.  Foto: cro
Werner und Arno Riedmann befüllen das Kühlregal mit frisch zubereiteten Menüs, die zu Hause nur noch gewärmt werden müssen.  Foto: cro

Riedmann in Altach hat zu 90 Prozent Stammkunden, die das regional-dominierende Sortiment schätzen.

Altach. (cro) Die persönliche Note ist die Würze in den Einkaufswägen der Riedmann-Kunden. Denn eines können die Brüder Arno und Werner mit Stolz von sich sagen: „Wir wissen, wo in der Region der kulinarische Schuh drückt.“ Darauf basiert auch die Erfolgsstrategie der beiden Händler, die den Bestand ihres Lebensmittelmarktes auch in einem Land mit überdurchschnittlich hoher Dichte an Einkaufsmöglichkeiten sichern. Und sich selbst gegen Diskonter und Konzerne durchsetzen. „Sieben weitere Läden gibt es im Umkreis von drei Kilometern“, haben die beiden Altacher recherchiert, doch sie sind überzeugt: „Wer seine Waren mit Herz und Verstand feilbietet, ist trotzdem auf dem besten Weg.“

90 Prozent Stammkunden

Dass die Riedmanns damit recht haben, zeigt die mit 90 Prozent sehr hohe Zahl an Stammkunden, die vielfach schon über Jahrzehnte dem Unternehmen treu sind. „Ich komme seit exakt 40 Jahren zum Einkaufen hierher“, bestätigt Sigrid Kilga und denkt nochmals kurz nach, bevor sie ihre Rede fortsetzt: „Ja, es war 1975, ich hatte gerade den Führerschein gemacht und dachte mir: Fährst mal zum Riedmann und schaust, was es da alles gibt.“ Seit damals kommt die Koblacherin gemeinsam mit ihrem Ehemann Norbert regelmäßig zum Einkaufen in das stetig wachsende Center und nennt auch gleich den Grund für ihre Treue: „Die Atmosphäre gefällt mir mit jedem Mal besser.“ Kein Wunder, hat sich in dieser Zeit auch kontinuierlich etwas verändert. 1976 etwa, als das Stammhaus abgerissen wurde und stattdessen ein moderner Lebensmittelmarkt mit einem Kiosk und einer Blumenabteilung eröffnet wurde. Oder 1984, als durch einen Zubau an die Blumenabteilung das Angebot um Übertöpfe und Vasen erweitert werden konnte. „Das fand ich besonders toll“, verrät Sigrid Kilga, dass sie immer gerne auch in der Deko-Abteilung vorbeischaut. Ihr Ehemann Norbert hingegen schätzt neben dem zuvorkommenden Personal vor allem die regionalen Produkte, wie etwa jetzt im Herbst den frischen Most vom Ländle-Bauern.

Alleinstellung

Darauf haben sich Arno und Werner Riedmann auch spezialisiert. Denn von den 10.000 Artikeln, die das Sortiment umfasst, stammt ein großer Teil von kleinen Erzeugern aus der Region, wie etwa die Äpfel vom Obstbauern aus Lindau oder das Joghurt und der Käse von den Sennern in Schnifis. „Das ist eine gute Möglichkeit, um uns von den Großen abzuheben“, erklärt Arno Riedmann. „Viele kleine Erzeuger liefern nicht an Konzerne, weil sie nicht in der Lage sind, diese Mengen abdecken zu können“, nennt er auch gleich den Hintergrund. „Wir brauchen jedoch keine Masse, dafür haben wir eine besondere Auswahl.“ Auch Fairtrade-Artikel gibt es zu kaufen. „Dafür wurden wir am Anfang ausgelacht“, erinnert sich Werner Riedmann, „heute zählen sie zum Standard.“

Wie alles andere sind auch Kaufentscheidungen Veränderungen unterworfen. Die Riedmann-Brüder profitieren von ihrer langjährigen Erfahrung. Gemeint ist jedoch nicht nur der Wandel von der Metzgerei zum topmodernen Einkaufszentrum mit Bistro, sondern auch der gesellschaftliche Wandel und neue Ernährungstrends. Das brachte einen weiteren Schwerpunkt mit sich. Und zwar die Spezialisierung auf den Außerhaus-Verzehr. Wer einen Blick ins Kühlregal wirft, kann zwischen verschiedenen gekochten Speisen auch in Singleportionen auswählen wie Krautspätzle, Gemüsereis, Gulasch und vieles mehr. Die Idee dazu entstand vor 15 Jahren. „Kannst du mir das Gulasch nicht fertig machen?“, fragte eine Kundin, die den ganzen Tag arbeitete. Damit gab sie die Initialzündung. Heute verkaufen die Brüder Riedmann zirka 400 bis 500 Fertiggerichte pro Woche. Auch die Tiroler Knödel sind ein Renner. 500 Stück gehen in sechs Tagen über den Ladentisch.

Auf insgesamt 35 verschiedene Rezepte, auch vegetarische und vegane, greifen die beiden zurück, zum Teil noch aus dem Kochbuch der Großmutter. Wie die Gerstensuppe, die ganz vorne rangiert in der Beliebtheitsskala der Vorarlberger. Ebenso wie der klassische italienische Mayonnaise-Salat. „Da brauchen wir 3,5 Tonnen pro Jahr“, hat Werner Riedmann abgewogen. Das ist immerhin das Gewicht eines vollbeladenen Mercedes Sprinters. Wer jedoch ein bisschen Zeit hat oder gerne einen Snack außer Haus genießt, kann das seit letztem Jahr tun. Im Eingangsbereich des Marktes direkt vor dem Kiosk befindet sich im Sonnentorladen ein kleines, aber feines Bistro. Damit sind nun praktisch alle kulinarischen Bedürfnisse gedeckt. Auch die außerhalb des Einkaufswagens.

Riedmann

Inhaber: Arno und Werner Riedmann, Cornelia Mayer-Riedmann

Mitarbeiter: 46

Fläche: 1300 m²

Gründung: 1936 als Metzgerei

Auszeichnungen: „luag druf“, Exquis Trophy, Lukullus, Goldener Merkur u.v.m.