Fahrerlos und unfallfrei durch Ulm

15.11.2015 • 17:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Klaus Dietmayers Institut betreibt in Ulm zwei fahrerlose Autos im Stadtverkehr.

Ulm. (VN-gms) Automatisiertes Fahren gibt es nicht nur bei Google in Silicon Valley, sondern auch in Deutschland. Professor Klaus Dietmayer ist Leiter eines gemeinsamen Forschungsinstituts der Universität Ulm mit der Daimler AG. Er betreibt mit seinem Institut zwei automatische Fahrzeuge im Ulmer Stadtverkehr. Am Donnerstag referiert er in Vorarlberg zur Entwicklung des automatisierten Fahrens.

Sie forschen mit Daimler an Maßnahmen zur Automatisierung von Fahrzeugen. Was können Autos bereits heute?

Dietmayr: Heutige Fahrzeuge verfügen über Teilautomatisierungen wie beispielsweise eine automatische Abstandsregelung (ACC), auch kombiniert mit Spurhaltung bei langsamen Geschwindigkeiten sowie unterstützende Systeme. Diese Funktionen müssen vom Fahrer ständig überwacht werden.

Ihr Institut betreibt zwei selbstfahrende Autos. Wie sind Ihre Erfahrungen mit diesen Fahrzeugen?

Dietmayr: Die Erfahrungen sind positiv, wir haben im Ulmer Stadtgebiet bisher schon ca. 5000 km automatisiert und ohne Zwischenfälle zurückgelegt. Die Mitfahrer sind positiv angetan, wir fahren vergleichsweise gleichmäßig und defensiv.

Kann man bereits heute einschätzen, wann die ersten komplett automatisch betriebenen Fahrzeuge abseits von Teststrecken zum Einsatz kommen werden?

Dietmayr: Auf Autobahnen und beim Parken werden wir erste Seriensysteme in den nächsten ein bis zwei Jahren sehen, die allerdings noch vom Fahrer überwacht werden müssen. Hier wird es dann in den nächsten ein bis zwei Jahrzehnten eine evolutionäre Entwicklung geben, vermutlich bis hin zum vollautomatisierten Fahren in der Stadt.