„Der Höhepunkt unserer Geschichte“

Markt / 16.11.2015 • 18:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jürgen Albrecht bietet in der Weinwelt über 720 verschiedene Artikel an.  (Foto: cro)
Jürgen Albrecht bietet in der Weinwelt über 720 verschiedene Artikel an. (Foto: cro)

Spar Albrecht in Feldkirch ist einer der modernsten Lebensmittel-märkte im Land.

Feldkirch. (cro) 50.000 Artikel und mehr haben große Einkaufsmärkte im Sortiment. Doch macht sie dieses riesige Angebot auch zum „Super“-Markt? Kaufen Konsumenten mehr, nur weil die Auswahl größer ist? Auf diese Frage hat die „jam study“ eine Antwort. Und sie widerspricht dieser Denkweise mit einem eindeutigen Ergebnis: Ein großes Warenangebot kann auch kontraproduktiv sein, lautet die Kernbotschaft. Denn die Studienautoren haben festgestellt, dass Kunden, die in einem Lebensmittelgeschäft zwischen sechs Marmeladensorten wählen konnten, fast zehn Mal häufiger kauften als die, die 24 Sorten zur Auswahl hatten. Kurz: Das Geheimnis des Geschäftserfolges soll also in der Reduktion liegen? Mit dieser Erkenntnis jedenfalls geht der Joker zurück an die kleinen Fachmärkte.

„Zur Bella ge ikofa“

Beispiele dafür sind auch in Vorarlberg zu finden. Beispielsweise in Feldkirch-Tisis, wo sich seit 1928 ein kleiner Lebensmittelmarkt behauptet. Noch heute heißt es in der Umgebung „I gang zur Bella ge ikofa“, obwohl mit Jürgen Albrecht bereits die vierte Generation das Sagen hat. In diesen 87 Jahren ist der ehemalige Krämerladen zum ganzen Stolz der Familie herangewachsen und hat mit der Neueröffnung im März einen Höhepunkt seiner Geschichte erreicht. Spar Albrecht offeriert auf einer Fläche von 600 Quadratmetern 10.000 Artikel. Das ist zwar lediglich ein Fünftel vom Sortiment anderer, doch wie sagt der Volksmund: Klein, aber Oho! Denn zu den 7000 aus dem Spar-Sortiment, kommen noch 3000 ausgewählte Lebensmittel von regionalen Erzeugern oder Biolieferanten hinzu. „Ich war beispielsweise der erste in Vorarlberg, der mymuesli angeboten hat“, erzählt der 44-Jährige, „und die True-fruits-Smoothies werden mir eigens per Spedition aus Bonn angeliefert.“ Aber auch die Söhmsen Produkte, die weder chemische Konservierungsstoffe, noch Bindemittel oder Geschmacksverstärker enthalten, oder die hochwertigen Werz-Produkte, Dr. Georgs Kokos-Öl und jetzt neu die Glyxs-Nüdele aus der Feist-Manufaktur in Satteins.

Nerv der Zeit

Mit dieser Zusammenstellung trifft Jürgen Albrecht ganz klar den Nerv der Zeit. Und auch hier bestätigt die „jam study“, dass das gezielte Ansprechen einer Kundengruppe ein weiterer Erfolgsgarant ist. Dabei seien es vor allem junge Haushalte, die sich von Megamärkten lossagen und wieder kleine Fachgeschäfte mit Qualitätsprodukten bevorzugen. Weil im aktuellen Konsumverhalten vor allem auch die Herstellung im Vordergrund steht. Die Kunden wollen wissen, was sie essen, woher es kommt, wie mit den Rohstoffen und den Tieren umgegangen wird und treffen ihre Entscheidungen auch im Sinne der Nachhaltigkeit. Ohne dabei den Genuss außer Acht zu lassen.

18 Bildschirme und 520 LEDs

Für den zweifachen Vater beginnt der Genuss deshalb schon beim Betreten des Marktes. Bei der Konzeption hat der Unternehmer exakt darauf geachtet, dass sich schon im Eingangsbereich der Blick auf den Großteil der Verkaufsfläche öffnet. 400 Quadratmeter hat der Kunde gleich vor Augen, mit 520 LEDs ins rechte Licht gerückt. Auf 18 Bildschirmen werden Aktionen, Angebote, Events, aber auch Herstellerfilme eingeblendet.

Emotionale Entscheidungen

Bunte Bilder mit grasenden Kühen, glücklichen Hühnern und frisch geerntetem Gemüse, die Lust auf mehr machen und darauf setzen, dass 70 Prozent aller Kaufentscheidungen emotional getroffen werden. Damit zählt der neue Spar Albrecht Markt in Feldkirch-Tisis zu den modernsten Märkten, die es derzeit in Österreich gibt. Hier befindet sich außerdem die längste, zusammenhängende Kühlwand Österreichs mit stolzen 43 Metern und 3100 Artikeln, der erste Zotter-Shop in Vorarlberg und ein Bistro, das mit regionalen Kulinarik-Innovationen aufwartet wie Feldkircherle oder Drei-Schwestern-Brötle und vieles mehr.