Weihnachtspost von Bill Gates

Markt / 18.11.2015 • 19:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Michael Gantner und Schwager Florian Salzmann.
Michael Gantner und Schwager Florian Salzmann.

Vom Lehrling zum weltweit erfolgreichen Unternehmer. Alles ist möglich – wenn man nur will.

Bludenz. (tmh) Mit seiner beeindruckenden unternehmerischen Vita faszinierte Prof. DI Wilhelm Gantner am Dienstagabend im vollbesetzten Saal der Sparkasse Bludenz gut 100 Unternehmerkollegen.

Seit er als Achtjähriger ein Radio geöffnet hatte, war er von Elektronik fasziniert. Verblüfft hatte der heute 66-jährige Gantner nämlich festgestellt, dass im Gehäuse nirgends „Männchen“ saßen: Woher also kamen die Stimmen?  Das wollte er unbedingt ergründen. Schon ein Jahr später hatte er sich sein eigenes Radio zusammengebaut – und es funktionierte auch ganz ohne Männchen. Als ältester von fünf Söhnen einer Nenzinger Familie sollte er eigentlich in die Fußstapfen seines Vaters treten und Steuerberater werden. Hartnäckig verfolgte er aber sein Ziel und durfte schließlich in Frastanz eine Lehre als Radio- und Fernsehmechaniker beginnen. Sein Lehrherr Dietmar Gasser erkannte das Talent und die Leidenschaft des jungen Mannes und ermunterte ihn, sich neben­beruflich weiterzubilden: Das tat er an der Uni in München und war dabei im Max-Planck-Institut auch an Forschungsprojekten beteiligt. Jetzt war Willi Gantner in „seinem Element“.

Mit der Meisterprüfung als Radio- und Fernsehmechaniker und dem akademischen Diplom in der Hand gründete er zusammen mit Gerhard Marte 1972 seine erste eigene Firma: Es dauerte nicht lang, bis„gama“ (für Gantner und Marte) erste lukrative Forschungsaufträge erhielt. Für ein Atomkraftwerk in Deutschland erdachte man ein elektronisches System zur Sicherung des Zaunes. Es war kostengünstig, einfach zu installieren und vor allem besonders zuverlässig. Mit diesem System machte sich gama weltweit einen Namen, sogar die Sicherung der „Air Force One“ des amerikanischen Präsidenten wurde der Firma aus Schruns anvertraut.

Ratgeber im „Unruhestand“

Willi Gantner blieb trotz des Erfolges immer neugierig. Bei der weltweit ersten Computermesse musste er natürlich dabei sein. Die fand 1977 in einer kleinen Hotelhalle in Boston statt. Dabei lernte Gantner einen jungen Mann namens Bill Gates kennen. Mit dem Microsoftgründer pflegte er lange intensiven Kontakt, noch heute tauschen die beiden Weihnachtsgrüße aus.

Die rasante technische Entwicklung mit den Mikroprozessoren nahm damals Fahrt auf – und Willi Gantner setzte die neuen Möglichkeiten in einer Vielzahl erfolgreicher Produkte um: Der erste Funk-Autoschlüssel oder das heute weltweit in Millionen Chipkarten angewandte RFID-System wurden maßgeblich von ihm erdacht. Seine verschiedenen Firmen, die er gegründet und deren Geschäftsführung er immer wieder an Mitarbeiter weitergegeben hat, sind heute Weltmarktführer in verschiedensten Nischen – zum Beispiel bei der Geschwindigkeitsmessung von Brieftauben.

Inzwischen genießt Gantner seinen „Unruhestand“, ist aber als Ratgeber – unter anderem für seinen Sohn Michael, der heute Gantner Electronics führt – gerne gesehen. Auch ihm hat er seine wichtigste Erkenntnis mitgegeben: „Tu, was du gerne tust. Und alles ist möglich, wenn du es wirklich willst!“

Unternehmer Harald Vonier und Manfred Schlatter.
Unternehmer Harald Vonier und Manfred Schlatter.
Ex-Vize-Bgm. Peter Ritter mit Nachfolger Mario Leiter.
Ex-Vize-Bgm. Peter Ritter mit Nachfolger Mario Leiter.
Konrad Hensler und Primus-GF Beatus Fleisch.
Konrad Hensler und Primus-GF Beatus Fleisch.
Die Gastronomen Rainer und Thomas Bergauer mit Christian Födinger (Mitte), Bereichsleiter Kommerz der Sparkasse.
Die Gastronomen Rainer und Thomas Bergauer mit Christian Födinger (Mitte), Bereichsleiter Kommerz der Sparkasse.
Herwig Ganahl mit den Pressechefs Sabine Treimel (Fohrenburger) und Arno Sprenger (Sparkasse Bludenz).
Herwig Ganahl mit den Pressechefs Sabine Treimel (Fohrenburger) und Arno Sprenger (Sparkasse Bludenz).
Wilhelm Gantner und Regine Bolter von der FH mit den Sparkassenvorständen Wolfgang Eichler (l.) und Christian Ertl (r.)
Wilhelm Gantner und Regine Bolter von der FH mit den Sparkassenvorständen Wolfgang Eichler (l.) und Christian Ertl (r.)
Michael Schaffenrath mit seiner Tochter Maria.
Michael Schaffenrath mit seiner Tochter Maria.
„Unternehmer sein heute“ – bei der Vortragsreihe der Sparkassen, der FH Vorarlberg und der VN begeisterte Referent Wilhelm Gantner. Fotos: tm-hechenberger
„Unternehmer sein heute“ – bei der Vortragsreihe der Sparkassen, der FH Vorarlberg und der VN begeisterte Referent Wilhelm Gantner. Fotos: tm-hechenberger